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Bibelschulbesuch statt Zwangsheirat - Pastor statt Mörder

Lieder und Zeugnisse: „Mama Massai“ in der EFG Gemmingen

Gemmingen

– Die aus den Medien bekannte Angelika Wohlenberg-Kinsey, bekannt als „Mama Massai“, gestaltete vor kurzem mit vier Massai einen Gottesdienst in der Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Gemmingen (bei Heilbronn). Die Massai sind ein Volksstamm aus Ostafrika, einem Gebiet, das in Kenia und Tansania liegt. „Als Gemeinde waren wir von den Tänzen, Liedern und Zeugnissen der Massai sehr begeistert. Wir staunten über die erstaunlichen geistlichen ‚Karrieren‘“, berichtet Wilfried Pommranz, ehemaliger langjähriger Gemeindeleiter, weiter. Zwei Beispiele: Eine Massai stammte aus einer Familie mit 33 Kindern. Als der Vater zum Glauben gekommen sei, habe er ihr als bis dahin Einzige erlaubt, zu studieren und eine Bibelschule zu besuchen. Die Schwestern seien für jeweils vier Kühe verkauft worden. Ein junger Mann habe die Absicht gehabt, einen Mann mit seinem Speer zu töten, um ihn auszurauben. Durch ein Wunder sei er daran gehindert worden und zum Glauben an Jesus Christus gekommen. Heute sei er Pastor. Durch den Gottesdienst konnte die Gemeinde viele Gemeindefremde interessieren. Zu den rund 100 Erwachsenen mit Kindern und 30 Jugendlichen kamen etwa 30 Freunde der Gemeinde, die selten den Gottesdienst besuchen, so Wilfried Pommranz weiter.

Der Kontakt kam durch ein Gemeindemitglied zustande. Peter Schellinger hatte vor rund 30 Jahren einen Brunnen für die Missionsstation in Matiazo im Westen Tansanias gebohrt, der noch heute in Betrieb ist. Er war vor seinem Ruhestand Tiefbauingenieur und engagierte sich in der Missionsarbeit in Tansania. Bei einer Reise in Tansania bat Angelika Wohlenberg-Kinsey ihn um einen Brunnen für die Massai. Als Über-80-Jähriger sagte er zu, das zu versuchen. Inzwischen war er zweimal mit drei ungarischen Hydrogeologen vor Ort, um Bodenproben durchzuführen, die Erfolg versprachen. Vorrausichtlich im September soll die Bohrung beginnen.

Angelika Wohlenberg-Kinsey berichtete im Gottesdienst von ihrem Schulprojekt. Das baute sie in den letzten Jahren zusammen mit einigen deutschen Mitarbeitern im Massai-Gebiet in Malambo/Tansania auf. Mädchen, die bisher nur Aussicht hatten, für einige Kühe zwangsverheiratet zu werden, und Jungen, die vom Viehhüten und von kriminellen Machenschaften lebten, können nun die nötige Bildung für eine Berufsausbildung bekommen. Das neueste Projekt ist eine weiterführende Sekundarschule.

„Die Kollekte für den Verein ‚Hilfe für Massai‘ war zwar angekündigt, aber die Höhe von über 1 000 Euro hat uns doch überrascht“, berichtet Wilfried Pommranz abschließend. Schätzungen zufolge leben in Ostafrika etwa eine halbe bis zu einer Million Massai. Die Gemeinde Gemmingen hat 144 Mitglieder.

Pommranz/Bourdon
(22.08.2019)