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Das hält das Herz fit: Sport treiben und sich gesund ernähren!

Herzmedizin trifft Sportmedizin beim Tag des Herzzentrums in Bernau

Bernau

Um Herzrhythmusstörungen vorzubeugen, sind moderater, regelmäßiger Sport und eine gesunde Ernährung am besten geeignet. Davon ist der Brandenburger Herzspezialist Prof. Dr. Christian Butter, Chefarzt der Abteilung für Kardiologie am Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg, überzeugt. Wie er am Tag des Herzzentrums in der mit 450 Gästen vollbesetzten Aula des Paulus-Praetorius-Gymnasiums in Bernau bei Berlin sagte, werden „80 Prozent der Herzkreislauferkrankungen durch eine ungesunde Lebensweise verursacht“. Wichtig sei es, sich zu bewegen. Das reduziere das Risiko für Herzinfarkt, koronare Herzkrankheiten, Schlaganfall, Bluthochdruck und Diabetes ebenso wie für Arthrose, Demenz, Tumorerkrankungen und längere Krankenhausaufenthalte. Allerdings steige durch sehr intensiven Sport das Risiko für Herzrhythmusstörungen. Butter präsentierte ein Rezept für ein gesundes Maß an alltagstauglicher Bewegung: täglich 25 Minuten mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, wöchentlich zehn Minuten Treppensteigen, 15 Minuten Staubsaugen, 20 Minuten Gartenarbeit und 20 Minuten Joggen oder Radfahren. Das gelte auch für Herzkranke. „Wenn sie sich bewegen, können sie ihr Sterberisiko dem von Gesunden annähern“, sagte Butter.

 

Höhepunkt der Veranstaltung war eine Internet-Livestream-Übertragung, die zeigte, wie eine verkalkte Aortenklappe ersetzt und ein Vorhofflimmern behoben wurde. „Der Herzrhythmus kann auch schon bei jüngeren Menschen ein Problem sein“, sagte Butter. „Das äußert sich durch Herzrasen, Stolpern, ein Engegefühl in der Brust, Schwindel oder einen dramatischen Abfall der Leistungsfähigkeit bei Sportlern.“

 

Eine ehemalige Spitzensportlerin und zwei frühere Spitzensportler führten vor, wie leistungsfähig und aktiv sie trotz Herzproblemen sind. Manuela Groß-Leupold, Eiskunstlauf-Olympia-Medaillengewinnerin von 1972 und 1976, zeigte dem Publikum gemeinsam mit einer Rehagruppe, wie man bis ins Alter mit Turnübungen fit bleiben kann. Dimitrije Bilic, ehemaliger Tischtennis-Welt- und Europameister, trat gegen einen jungen Tischtennisspieler an. Werner Otto, Olympia-Medaillengewinner im Tandemradrennen, stellte sich dem Wettkampf in einem Zeitrennen auf einer virtuellen Strecke. „Mit 72 Jahren leistet Werner Otto mithilfe eines speziell für Leistungssportler geeigneten Herzschrittmachers 250 Prozent der Norm seines Alters. Das Herz ist nie zu krank für Bewegung“, betonte Butter. Das Herzzentrum gehört zur Immanuel Albertinen Diakonie, die wiederum dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden angeschlossen ist.

 

Klaus Rösler
(18.12.2019)