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Palästinensische Gemeinden sind offiziell anerkannt

Der Entscheidung gingen zwölf Jahre Verhandlungen voraus

Bethlehem

Nach zwölf Jahren Verhandlungen sind die evangelikal geprägten Evangelischen Kirchen in Palästina von der Palästinensischen Autonomiebehörde offiziell anerkannt worden. Präsident Mahmoud Abbas (Ramallah) unterzeichnete ein entsprechendes Dekret. Die Anerkennung feierten leitende Vertreter der Gemeinden im Bethlehem Bible College. Zu den Kirchen gehören auch die Baptisten.

 

Pastor Munir Kakish, der Präsident des Rates der Evangelischen Gemeinden in Palästina (Westjordanland), Ostjerusalem und dem Gazastreifen, sagte bei dem Festakt, dass die palästinensische Kirchen nationale Kirchen seien, die jene rassistischen Ideologien ablehnten, denen Palästina ausgesetzt sei: „Unsere evangelischen Kirchen beten zu Gott für unsere palästinensische Führung und unterstützen die friedlichen Bemühungen um Unabhängigkeit und die Schaffung eines Staates mit Jerusalem als Hauptstadt."

 

In einem Brief an die Europäische Baptistische Föderation (EBF) erläuterte er die Hintergründe der Entscheidung. Der Rat ist Mitglied in der EBF. 1997 hätten Pastoren aus den wichtigsten Gemeinden diesen Rat gegründet, um gegenüber der Palästinensischen Autonomiebehörde mit einer Stimme auftreten zu können. Heute gehörten 23 Gemeinden dem Rat an. Wichtig sei es gewesen, der Palästinensischen Autonomiebehörde zu verdeutlichen, was man alle tue. Die Gemeinden seien karitativ tätig, betrieben Schulen, Bibelschulen, Studienprogramme und andere christliche Dienste. Der Rat habe auch eine Verfassung erarbeitet. Darin sei festgehalten, dass man sich nicht in die Parteipolitik einmischen werde. Das Anliegen der offiziellen Anerkennung der Gemeinden sei auf von der Weltweiten Evangelischen Allianz aufgegriffen worden. Wie Kakish erläutert, sind mit der Anerkennung deutliche Erleichterungen in der Arbeit verbunden. Die Gemeinden hätten nun

das Recht, Heiratsurkunden auszustellen, Bankkonten zu eröffnen und Eigentum zu erwerben. Kakish zufolge seien die Gemeinden gegen Ungerechtigkeit,

Tyrannei, Gewalt und Rassismus. Fairness, Gerechtigkeit und Frieden müsse für das palästinensische Volk wie auch für die Israelis und die anderen Völker im Nahen Osten gelten.

 

EBF-Generalsekretär Tony Peck (Bristol) würdigte die Entscheidung: „Wir sind stolz darauf, diesen Rat als EBF-Mitglied inmitten eines sehr herausfordernden Umfelds zu haben.“

 

Am Rande der Feierlichkeiten sagte Jack Sara, der Präsident des Bethlehem Bible College, gegenüber Arab News, dass der Rat die meisten seien Forderungen habe durchsetzen können: „Wir sind stolz auf unser palästinensisches Erbe und unsere nationale Identität."

 

Klaus Rösler
(18.12.2019)