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Den Wert des Lebens entdecken

Hoffnungskirche in Wittenberg lud ein zur Sinnenschau „Hoffnung für die letzte Reise“

Lutherstadt Wittenberg

Der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die christliche Ausstellung „Hoffnung für die letzte Reise“ gewürdigt. Die Schau, die sich mit der Endlichkeit, aber auch Schönheit des Lebens auseinandersetzt, war vom 10. bis 24. November in der Evangelisch-Freikirchlichen Hoffnungskirche in der Lutherstadt Wittenberg  zu sehen. Fast 1.800 Besucher schauten vorbei. Viele seien sogar mehrmals gekommen, sagte der örtliche Projektleiter, der Baptist Jörg Schütze (Wittenberg), der GEMEINDE.

Die Schau gliedert sich in drei Abschnitte. So gibt es Koffer, in denen die Besucher sehen können, was Prominente oder Mitbürger auf ihre letzte Reise mitnehmen würden – so etwa Bücher, ein Kuscheltier oder das Smartphone. An Stationen können die Besucher selbst tätig werden und über verschiedene Werte nachdenken. Schließlich gibt es den Blick in den „Himmel“. Dazu sind in Kästen biblische Bilder dargestellt, etwa dass Gott alle Tränen abwischen wird.

Wie Haseloff in seinem Grußwort schreibt, hat der moderne Mensch es sich angewöhnt, die Welt nur aus seiner eigenen Gegenwart heraus gelten zu lassen. „So findet denn auch alles sein Ende dort, wo diese Gegenwart aufhört.“ Das aber sei eine bedrohliche Entwicklung. Die Ausstellung stelle hingegen nicht das Negative – die Trauer – ins Zentrum, sondern den Wert des Lebens.

Nach den Worten der Gemeindereferentin Brigitte Neumeister war der Abschlussgottesdienst der Ausstellung deutlich besser besucht als die normalen Sonntage. Zudem habe man in der Bibelstunde die Zettel durchgearbeitet, die Besucher in eine  Klagemauer stecken konnten: „Viele von uns waren zu Tränen gerührt.“ Denn viele der Schreiber hätten über ihre Sehnsucht nach einem ewigen Leben geschrieben. Da hieß es beispielsweise: „Ich habe Angst, meine Eltern ‚da oben’ nicht zu treffen.“ Sie hätten nicht an Gott geglaubt. Ein anderer schrieb: „Meine größte Angst ist, meine Freude zu verlieren und nicht zu wissen, wo ich hingehe.“ Oder: „Ich habe am meisten Angst vor dem Tod, weil ich nicht weiß, was dann kommt!“ „Gibt es ein Leben nach dem Tod? Was muss ich tun, um im Himmel dabei zu sein?“ Neumeister verwies die GEMEINDE ferner auf ein Gespräch mit einer Besucherin. Die sagte: „Die Ausstellung hat mich innerlich richtig nervös gemacht. Glauben, Leben nach dem Tod? über 50 Jahre hat mir kein Mensch etwas vom christlichen Glauben erzählt.“ Jede Station der Ausstellung habe sie innerlich angesprochen.

Nach Schützes Worten war der Zeitraum um Ewigkeitssonntag und Volkstrauertag bewusst gewählt worden. Trotzdem sollte es um das Leben gehen: „Wir wollten ermutigen, wertschätzend mit dem eigenen Leben und dem anderer umzugehen und ins Nachdenken zu kommen: Könnte Gott nicht doch eine Alternative sein?“

Zu den Besuchern gehörten Schütze zufolge Schulklassen und Konfirmandengruppen ebenso wie Einzelpersonen. Auch der evangelische Oberbürgermeister, Torsten Zugehör (parteilos), habe seinen persönlichen Koffer gepackt, ebenso aber auch zwei Bewohner des örtlichen Hospizes „Katharina von Bora“. Deren Mitarbeiter kümmerten sich um das Ausstellungscafé.

„Hoffnung für die letzte Reise“ wurde 2008 ins Leben gerufen. Laut dem Initiator der Ausstellung und Beauftragten für Sinnenarbeit in der Evangelischen Landeskirche in Baden, Lutz Barth (Linkenheim-Hochstetten), hat die Ausstellung trotz der Beschäftigung mit der Endlichkeit zuallererst mit dem Leben zu tun und nicht mit dem Tod.

 

Klaus Rösler
(29.11.2019)