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Katholischer Kardinal bittet Baptisten um Vergebung

Baptisten in Österreich feierten 150-jähriges Bestehen

Wien

Die Baptisten in Österreich sind 150 Jahre alt geworden. Als erste Gemeinde wurde die in der Mollardgasse in Wien am 20. Dezember 1869 gegründet. Daran wurde in einem Festgottesdienst erinnert, an dem das Oberhaupt der Katholiken in Österreich, Kardinal Christoph Schönborn (Wien), teilnahm. In seinem Grußwort unterstrich er die ökumenische Verbundenheit der Kirchen in Jesus Christus. Die Ökumene gleiche einem Rad mit vielen Speichen, die für die verschiedenen Kirchen stünden und dessen Mitte Jesus Christus sei, sagte Schönborg. Von daher sei das Ziel der Ökumene klar: „Je näher wir Jesus Christus unserer Mitte sind, desto näher sind wir einander." Gleichzeitig erinnerte der Kardinal an die Verfolgung der Täuferbewegung durch Katholiken und Protestanten. „Vergebt uns", sagte der Kardinal und verwies auf die positiven Entwicklungen der letzten Jahre. Ein positiver Höhepunkt sei die gesetzliche Anerkennung der „Freikirchen in Österreich" 2013 gewesen. Die Ökumene müsse weitergehen, so der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz.


Seinen Dank für die „gemeinsame Weggemeinschaft" bekundete der evangelische Superintendent Matthias Geist (Wien). Er bedauerte ebenfalls die Konflikte der Vergangenheit.

 

„Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Christus." Dieses neutestamentliche Zitat (1.Kor. 3,11) bildete das Motto für den Festgottesdienst, das der amtierende Vorsitzende der Freikirchen in Österreich, den Mennonit Reinhard Kummer, aufgriff. Schon vor der Gründung der Freikirchen hätten Katholiken und Evangelische vorgelebt, dass Christus der Grund der Kirche ist, hielt er fest.

„Keiner von uns wäre hier ohne Jesus Christus", sagte der Generalsekretär des Bundes der Baptistengemeinden in Österreich, Pastor Walter Klimt, in der Festpredigt. Er bezeichnete seinen Bund als „Christus-Bewegung". Als Bewegung seien für Baptisten überdies die Bibel, Mission, Leben in Gemeinschaft und Einsatz für Menschenrechte essentiell.

 
Die Gemeinde in der Mollardgasse „moga" verstehe sich ökumenisch und interreligiös, sagte deren Pastor Dietrich Fischer-Dörl. Es gehe ihr um einen Kinder- und familienfreundlichen Ort, der offen ist für Menschen in Not. Von daher setze sich die „moga" für Flüchtlinge ein und unterstütze ein Roma-Projekt in der Ostslowakei. Gegenwärtig gebe es in der „moga" auch eine russische und eine persische Gemeinde. 

 

1953 haben sich die voneinander unabhängigen Baptistengemeinden in Österreich zum Bund der Baptistengemeinden in Österreich zusammengeschlossen. 1998 erlangten sie den Status einer staatlich eingetragenen religiösen Bekenntnisgemeinschaft. Die volle gesetzliche Anerkennung erfolgte 2013 mit der Gründung der „Freikirchen in Österreich". Dem Bund gehören 25 Gemeinden mit rund 1.500 Mitgliedern und 2000 Gottesdienstbesuchern an.

Klaus Rösler
(29.11.2019)