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Gott kann die Mauer in Nordkorea zum Einsturz bringen

US-Missionar Kenneth Bae: Gott im Straflager in Nordkorea erlebt

Schwäbisch Gmünd

Der in Südkorea geborene US-Missionar Kenneth Bae hat in nordkoreanischen Straflagern immer wieder Gottes Gegenwart erlebt. Das berichtete er beim Kongress „Christenverfolgung heute“ in Schwäbisch Gmünd. Er sprach dort auf Einladung der Hilfsaktion Märtyrerkirche (Uhldingen am Bodensee). Der heute 50-Jährige war 2012 zu 15 Jahren verurteilt worden, weil er angeblich einen Umsturz geplant haben soll. Ende 2014 hatte ihn das Regime freigelassen. Tatsächlich hatte er als Missionar in China christliche Touristen nach Nordkorea geschleust, um sie über die Lebensbedingungen dort zu informieren. 15-mal war er innerhalb von zwei Jahren als Touristenführer in Nordkorea gewesen – bis ihn die Flughafenpolizei 2012 verhaftete. Im Straflager habe er sich zunächst nur gewünscht, so schnell wie möglich wieder nach Hause zu kommen. Dann sei ihm deutlich geworden, dass er auch in Haft Gott dienen könne. So sei er zum Seelsorger der Aufseher geworden. Er habe erlebt: „Gott ist gut.“ Über seine Erfahrungen schrieb er das Buch „Gefangen in Nordkorea: Wie ich im Straflager Gott erlebt habe“ (Brunnen Verlag). Bae ist Mitarbeiter des Missionswerks „Jugend mit einer Mission“ und Pastor des Bundes der Südlichen Baptisten in den USA.

 

Wie Bae weiter sagte, schickt seine Organisation Bibel per Flaschenpost nach Nordkorea. Auf diese Art habe man bisher rund 2.000 Bibeln verschickt. Wichtig sei es fernen, so viele Menschen wie möglich aus Nordkorea herauszubekommen. Bae: „Das wird die Mauer in Korea zum Einsturz bringen, so wie es auch in Deustchland 1989 war. Zuvor waren tausende aus der DDR geflohen. Ich denke, so etwas kann sehr bald auch in Nordkorea geschehen.“

 

Nordkorea hat knapp 25 Millionen Einwohner und gilt als das religionsfeindlichste Land der Welt. Die Verbreitung der christlichen Botschaft ist außerhalb von vier staatlich kontrollierten Kirchen verboten. Der Diktator Kim Jong-un lässt sich als gottähnlichen Führer verehren. Christen gelten als Staatsfeinde, weil sie Gott anbeten und nicht die Herrscher-Dynastie. Menschenrechtlern zufolge befinden sich mindestens 30.000 Christen in Straflagern. Gleichwohl wachsen die Untergrundgemeinden, in denen sich schätzungsweise 200.000 bis 400.000 Christen versammeln.

 

Dass sich US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un seit 2018 mehrmals getroffen haben, sei zwar ein „Lichtblick“: „Aber es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich die Situation in Nordkorea verbessert. Im Gegenteil: Sie wird derzeit eher schlechter.“

 

Die Hilfsaktion Märtyrerkirche wurde 1969 von dem in Rumänien inhaftierten Pastor Richard Wurmbrand (1909–2001) nach seiner Freilassung und Ausreise nach Deutschland gegründet. Sie setzt sich seit knapp 50 Jahren für verfolgte Christen ein. Aktuell engagiert sich das Werk durch mehr als 100 Projekte in rund 40 Ländern. Leiter des deutschen Zweiges ist Pastor Manfred Müller.

Klaus Rösler
(21.11.2019)