drucken Diese Nachrichten werden kostenlos von der OnckenStiftung zur Verfügung gestellt. Wenn Sie uns unterstützen wollen, können Sie das hier tun.

Kein Platz für Enge in der Gemeinde der Zukunft

Jahrestreffen der baptistischen GGE beschäftigte sich mit dem Thema Inspiration

Nürnberg

Die christliche Gemeinde der Zukunft sollten ihren Mitgliedern einen weiten Raum lassen, um sich mit ihren Begabungen und Fähigkeiten ehrenamtlich einbringen zu können. Nicht der Pastor als hauptamtlicher Mitarbeiter allein dürfe den Kurs bestimmen, sondern die gesamte ehrenamtliche Gemeindeleitung sei gefragt. Bedrängende Enge im Gemeindeleben dürfe es nicht geben. Davon ist der Sprecher der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), Pastor Stefan Vatter (Kempten), überzeugt. Wie er auf dem GGE-Jahrestreffen zum Thema „Inspiration“ in der CVJM-Tagungsstätte Burg Wernfels (bei Nürnberg) sagte, müsse jedes Gemeindemitglied Platz zur Mitarbeit finden können. Vatter sagte der GEMEINDE, die 60 Teilnehmer hätten weitere Kennzeichen einer zukunftsfähigen Gemeinde in Gruppengesprächen herausgearbeitet. So sollte die Mitarbeit im Gemeindeleben als „Berufung Gottes“ verstanden werden. Es gehe nicht darum, ein religiöses oder (frei)kirchliches System am Leben zu erhalten, indem Mitarbeiter anfallende Arbeiten erledigten, „weil jemand sie ja erledigen muss“. Wichtig sei ferner ein Klima gegenseitiger Wertschätzung. Auch beim Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst sollte man positiv übereinander reden. Wenn man dagegen über andere Christen herziehe oder über sie lästere, sei das nicht attraktiv für Besucher und Gäste. Ferner sollte man seinen Glauben im Alltag genau so leben wie am Sonntag in der Gemeinde. Mit Arbeitskollegen könne man über den Gottesdienstbesuch am Sonntag genauso selbstverständlich reden wie über Fußball oder den Sonntagabend-Krimi. Nach den Worten von Vatter haben sich viele Teilnehmer im Abschlussgottesdienst für ihren ehrenamtlichen Dienst in den Gemeinden segnen lassen.

 

Der Pastor im Gemeindejugendwerk Bayern des BEFG, Jonathan Walzer (Puchheim beim München), rief dazu auf, junge Menschen in Entscheidungen in den Gemeinden einzubeziehen. Wenn ihre Meinung nicht gefragt sei, würden sie die Gemeinde verlassen: „Vor allem in der Gestaltung des Gottesdienstes und der Leitung der Gemeinde müssen Menschen unter 30 aktiv sein.“ In einem weiteren Beitrag unterstrich Walzer die Notwendigkeit, konfessionsübergreifend „mit all jenen verbunden zu sein, die eine Bewegung in der Gemeinde erleben wollen, die vom Heiligen Geist geprägt und geführt ist“.

 

Die GGE setzt sich innerhalb der Freikirche für eine umfassende geistliche Erneuerung ein. Kernanliegen sind eine Erneuerung durch das Wort Gottes, den Geist Gottes, Heiligung, Evangelisation und wirksames Führen. Zum Freundeskreis der GGE zählen etwa 1.300 Personen, davon sind etwa 250 Pastoren und hauptamtliche Gemeindemitarbeiter.

 

Klaus Rösler
(08.11.2019)