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Besessen – oder schon zu Hause?

Parvis Rahbarnia legte ein Gleichnis tiefenpsychologisch aus

Marburg

Einen ungewöhnlichen Zugang zu einem biblischen Text präsentierte der Theologe, Musiktherapeut und Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden Meerholz, Parvis Rahbarnia (Marburg), in einem Vortrag in Wetzlar. Er legte die Geschichte des von bösen Geistern besessenen Geraseners (Markus 5,1 ff.) tiefenpsychologisch aus. Dass sich diese biblische Geschichte wirklich so am beschriebenen Ort ereignet habe, sei eher unwahrscheinlich. Denn die Schweine hätte eineinhalb Tage laufen müssen, bevor sie sich von der Klippe hätten stürzen können.  Zudem seien Schweine für Juden und damit auch für die Schweinehirten unrein gewesen. Dass der Text niemals in der Perikopenordnung auftauche, zeige zudem, dass er schwierig auszulegen sei. Denn die bösen Geister seien erst beim zweiten Versuch aus dem Besessenen ausgefahren. Zudem sei es unverständlich, dass ein Mensch, der durch Jesus Christus geheilt wurde und ihm dann nachfolgen wolle, weggeschickt werde. 

 

Laut Rahbarnia gehe darum, die Bibel so zu lesen, dass sie ein Leben komplett verändern könne. Wie er sagte, zeigt die Geschichte, wie qualvoll eine menschliche Existenz sein könne. Der Mann sei hin und her gerissen gewesen von unterschiedlichen Erwartungen. Wenn der böse Geist in dem Mann sage, er sei „Legion“, so handele es sich um 3.000 bis 6.000 römische Soldaten. Der Theologe: „Er leidet unter dem Hinterherhecheln der fremden Stimmen.“ Das habe ihn in den Wahnsinn getrieben, weil die Stimmen sich widersprochen hätten. In seinem Vortrag unter dem Titel „Besessen – oder schon zu Hause?“ legte Rahbarnia  verschiedene Schwerpunkte. Er fasste seine Ausführungen so zusammen: „Als Nachfolger Jesu ist es unser Auftrag, Menschen zu helfen, frei zu werden und aufzuatmen: Wer frei ist, der kann anderen sein Ohr und Liebe schenken. Das ist das Evangelium pur.“

Klaus Rösler
(08.11.2019)