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„Keiner hat alles, niemand hat nichts, jeder hat etwas“

Christliches MS-Netzwerk: Auch Kranke können anderen zum Segen werden

Cuxhaven

Auch Christen mit schweren chronischen Erkrankungen können ihren Glauben so leben, dass sie für andere zum Segen werden. Davon ist der Generalsekretär des Missionswerk EBM International, Pastor Christoph Haus (Wustermark bei Berlin), überzeugt. Beim Herbsttreffen des Christlichen MS-Netzwerks im Tagungszentrum Dünenhof in Cuxhaven verwies er zur Begründung auf eigene Erfahrungen in Afrika, Lateinamerika und Indien.

 

Wie Haus sagte, hat er in den Ländern, in denen EBM International tätig ist, immer wieder Christen kennengelernt, die trotz schwerer Lebensbedingungen froh und lebendig Gottesdienst feierten, in Armut und Problemen eine große Gelassenheit ausstrahlten, voll Gottvertrauen seien und eine ansteckende Freude und Hoffnung hätten. Obwohl sie selber oft kaum genug zu essen hätten, würden sie das Wenige mit anderen teilen. So wirkten sie positiv in die Gesellschaft hinein. Der Glaube an Jesus Christus weite den Blick, sehe den anderen und gebe Hoffnung und Mut. Haus verwies auf ein Sprichwort aus Indien: „Keiner hat alles, niemand hat nichts, jeder hat etwas.“

 

MS (Multiple Sklerose) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. An dem Treffen unter dem Motto „Über den Tellerrand geguckt“ beteiligten sich 75 Betroffene aus ganz Deutschland.

 

Haus’ Ehefrau, die Pastorin Heike Beiderbeck-Haus, gab in einer Arbeitsgruppe „Praying in Color“ eine Anleitung, wie man ein Gebet mit Farben ausdrücken und sichtbar machen kann.

 

Auf dem Programm stand auch ein Auftritt der früheren vor allem in Ostfriesland bekannten christlichen Band „Munterholln“, in der Haus mitgewirkt hatte. Den Höhepunkt und Abschluss bildete ein Gottesdienst mit Abendmahl, bei dem im Anschluss sich viele Teilnehmer segnen und salben ließen.

 

Die Leiterin des Christlichen MS-Netzwerks, Andrea Wiedner (Herford), zog gegenüber der GEMEINDE ein positives Fazit des Treffens: „Dankbar blicken wir auf ein bereicherndes Wochenende zurück, das uns den Horizont geweitet hat, uns durch Gottes Nähe und Gegenwart beschenkt hat und uns mit neuer Kraft, Freude und Hoffnung in den Alltag zurückkehren läßt.“ Sie würdigte die Tagungsstätte Dünenhof, die für Besucher mit körperlichen Einschränkungen sehr gut geeignet sei. Wiedner leidet selbst an MS und musste deshalb ihren Beruf als Oberärztin aufgeben.

 

Das Christliche MS-Netzwerk wurde 2002 im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gegründet. Es versteht sich aber als überkonfessionell und vertritt die Interessen von 300 MS-Kranken und ihren Angehörigen.

Klaus Rösler
(01.11.2019)