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„Bei Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle“

Christian und David Reinhardt sammelten auf Radtour Spenden für das „Neue Land“

Hannover

Zwei Förderschullehrer – Vater Christian Reinhardt (62/Hannover) und sein Sohn David (35/Bremen) – haben auf einem Tandem in 30 Tagen alle 16 Bundesländer bereist. Bei ihrer Tour sammelten sie Spenden für die christliche Drogenarbeit „Neues Land“ in Hannover.

 

Die am 4. August beendete Tour der beiden überzeugten Christen stand unter dem Motto „Aus zwei mach eins“. Äußerer Anlass war der Fall der innerdeutschen Grenze vor 30 Jahren. „Das muss gefeiert werden“, dachten sich Vater und Sohn. Sie beschlossen, auf einem Tandem quer durch Deutschland zu radeln. Der vordere Fahrer liegt tief auf dem Rad und strampelt, der hintere tritt ebenfalls in die Pedale, lenkt und muss das Gleichgewicht halten. Sie übernachteten in Privatquartieren oder in Hotels – und erlebten dabei, wie in sechs Orten die Bürgermeister von ihrer Initiative so begeistert waren, dass sie die Übernachtungskosten übernahmen. Das gesparte Geld steckten die Radler in ihren Spendentopf.

 

Für Vater Christian Reinhardt sind solche Extremtouren nichts Neues. 2012 umrundete er in zwei Etappen ganz Deutschland entlang der Grenzen. Dabei legte er über 6.000 Kilometer zurück und sammelte Sponsorengelder von über 30.000 Euro ein – ebenfalls für das „Neue Land“. Die aktuelle Tour war 2.500 Kilometer lang. Wie viel Geld dabei zusammenkommen wird, wissen sie noch nicht. Sie rechnen mit einem deutlich fünfstelligen Betrag. „Täglich gehen Spenden auf unserem Konto ein“, sagte Christian Reinhardt der GEMEINDE nach der Rückkehr.

 

Ihr Fahrrad war ein Hingucker. Schnell kamen die beiden mit anderen Radlern oder Passanten ins Gespräch. Sie erzählten dann vom tieferen Sinn ihrer Aktion, dass sie Spenden sammeln für die christliche Drogenarbeit in Hannover. Denn die ist auf Zuwendungen angewiesen. Die eigentliche Therapie, in der abhängige Menschen ihre Sucht überwinden, wird von den Krankenkassen unterstützt. Doch anschließend müssen die Gäste lernen, wieder im Alltag Fuß zu fassen. Diese Betreuung wird allein über Spenden finanziert. Manche Gäste werden in der Begegnung mit den christlichen Mitarbeitern selbst Christen. In ihren Gesprächen waren die beiden Radler offenbar überzeugend. Bei einem Stopp vor einem Supermarkt spendeten zwei Frauen ihnen spontan 30 Euro.

 

Christian Reinhardt hat in seiner zehnjährigen ehrenamtlichen Arbeit für das „Neue Land“ festgestellt: „Bei Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle“. Er selbst bezeichnet sich als leidenschaftlichen Anhänger von Jesus Christus. Ihn und seinen Sohn freute es besonders, dass auf der letzten Etappe von Bodenwerder im Weserbergland nach Hannover einige Bewohner der dortigen Nachsorgehäuser vom Neuen Land über 40 Kilometer lang mitgeradelt sind. Einige hätten ihnen gesagt, es sei für sie eine Ermutigung, wenn Vater und Sohn solche Mühen für sie auf sich nehmen würden. Das 1972 gegründete „Neue Land“ ist aus einer baptistischen Teestubenarbeit hervorgegangen. Es betreibt in Hannover neben einem Bauwagen und einem Bistro als Anlaufstellen eine Drogenberatungsstelle, ein Auffanghaus, eine Fachstelle für Suchtprävention und das „Haus der Hoffnung“ im Stadtteil Ahlem. In zwei Therapiehäusern im Weserbergland gibt es 38 Therapie- und 16 Nachsorgeplätze. In dem evangelikalen Werk haben bisher über 1.100 Süchtige eine Therapie durchlaufen. Mehr als 650 haben sie erfolgreich abgeschlossen. In dem Werk sind 40 Haupt- und 100 Ehrenamtliche tätig.

Klaus Rösler
(09.08.2019)