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Ein Hanseat: Immer vorbereitet in den Sitzungen

BEFG-Finanzsachverständiger Dirk Kersten Behrendt gestorben

Hamburg

– Der im Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) viele Jahrzehnte ehrenamtlich tätige Jurist, Dr. Dirk Kersten Behrendt (Hamburg), ist am 2. August im Alter von 80 Jahren in Hamburg gestorben. Hauptberuflich war er Hafendirektor in Hamburg. In einem Nachruf erinnerte der BEFG daran, dass er die Verfassung des Bundes mit erarbeitet habe und auch der früheren Bundesleitung angehörte. Bis 2009 war er Vorsitzender der Finanzsachverständigen des Bundesrates. Auch darüber hinaus wurde er aufgrund seiner großen juristischen Kompetenz immer wieder mit der Bearbeitung von Verfassungs- und Rechtsfragen betraut.

 

Eine Herzensangelegenheit war ihm neben der  Mitarbeit in den Bundesgremien auch sein Engagement in der Ortsgemeinde, der Oncken-Gemeinde in der Grindelallee in Hamburg. Zudem gehörte er dem Verwaltungsrat des Diakoniewerks Tabea an – auch als Vorsitzender. Für seine ehrenamtliche Tätigkeit wurde ihm 2005 das Goldene Kronenkreuz, die höchste Auszeichnung der Diakonie, verliehen.

 

Generalsekretär Christoph Stiba würdigte Behrendts unverwechselbare Art, wenn er sich beim Bundesrat zu Wort meldete: „Dann trat er ans Mikrofon, holte tief Luft und trug langsam, bedächtig und pointiert auch die kompliziertesten juristischen Sachverhalte so klar und verständlich vor, dass selbst Laien sie sofort verstanden. Das wird für mich unvergessen bleiben.“ Dabei habe man stets gemerkt, so Stiba, „dass Dirk Kersten Behrendt ein sehr geistlicher Mensch war, der in rechtlichen Fragen immer auf der Basis seines festen Glaubens und tiefen Gottvertrauens argumentierte.“

 

Ähnlich äußerte sich der frühere Bundesdirektor und Generalsekretär des Bundes, Pastor Eckhard Schaefer (Bremen). Behrendt habe erst der früheren Bundesleitung angehört und sei dann ins Finanzpräsidium gewechselt. Schaefer zufolge habe er persönlich bei allen finanziellen Entscheidungen immer daran gedacht, dass er sie vor Dirk Kersten Behrendt zu verantworten haben und ihn überzeugen musste: „Aber man konnte mit ihm über alles sprechen.“ Er sei auch offen für neue Entwicklungen gewesen – im Bund wie auch in der Ortsgemeinde: „Er war sehr kompetent.“

 

Nach den Worten des früheren Bundesdirektors Heinz Sager (Bad Homburg), hatte Behrendt bei Bau des Bildungszentrums Elstal vor allem die Gesamtfinanzierung im Blick: „Er machte immer wieder deutlich, wie wichtig eine gesunde Finanzierung ist. Er sah Chancen durch das neue Bildungszentrum, konnte aber auch sehr deutlich die Risiken benennen.“ Auffallend sei gewesen, dass er bei Sitzungen immer „bis ins letzte Detail vorbereitet war und so ein kompetenter Vertreter der Gemeinden".

 

Der frühere BEFG-Vizepräsident Hans-Dieter Feisthauer (Braunschweig) würdige Behrendt als „einen Hanseaten, wie er im Buche steht: ehrlich zuverlässig, klar im Denken, analytisch und mutig.“ Er sei tief in Christus gegründet gewesen: „Man konnte mit ihm ringen und beten.“ Behrendt hinterlässt seine Ehefrau Gertrud sowie zwei erwachsene Kinder.

 

Klaus Rösler
(09.08.2019)