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Baptisten in der Region Lugansk sind nun illegal

Baptistischer Vizepräsident: Nicht noch orthodoxe Gemeinden sind anerkannt

Kiew

In der von prorussischen Separatisten besetzten Region Lugansk in der Ostukraine sind alle nicht orthodoxen Kirchengemeinden als illegal erklärt worden. Das bestätigte der Stellvertretende Präsident des ukrainischen Baptistenbundes, Igor Bandura, der Zeitschrift DIE GEMEINDE: Die Pastoren aller nicht-orthodoxen Gemeinden seien von Angehörigen der selbst ernannten und international nicht anerkannten „Volksrepublik Lugansk“ einbestellt worden. Man habe ihnen mitgeteilt, dass ihre Gemeinden nicht länger anerkannt seien. Die nun illegalen Gemeinden dürften sich auch nicht mehr versammeln. Bandura widersprach Pressemeldungen, wonach alle Gebäude beschlagnahmt worden seien. Doch die Gemeinden könnten die Häuser gerade im Winter kaum noch benutzen. Denn sie seien vom staatlichen Gasnetz getrennt worden. Stattdessen versammelten sich die Gemeinden nun in Privathäusern, was aber auch verboten sei.

 

Dem Institut für Religionsfreiheit (IRF/Kiew) zufolge soll es vor der Besetzung 2014 in der Region Lugansk 423 russisch-orthodoxe Kirchen gegeben haben, 131 Pfingst- und charismatische Kirchen, 99 Baptistengemeinden, 35 ukrainisch-orthodoxe Kirchen, 39 Kirchen der Siebenten-Tags-Adventisten, 28 Versammlungsorte der Zeugen Jehovas und sechs griechisch-katholische Kirchen. Das IRF ist eine 2001 gegründete staatlich und politisch unabhängige Menschenrechtsorganisation, die religiöse Entwicklungen in der Ukraine analysiert.

 

Zum Hintergrund: Seit Februar 2014 stehen die ostukrainischen Gebiete Donezk und Lugansk unter prorussischer Herrschaft. Im April 2014 riefen die Separatisten die international nicht anerkannten und voneinander unabhängigen „Volksrepubliken Lugansk und Donezk“ aus. Pressemeldungen zufolge befürchten die Baptisten im Gebiet von Donezk eine ähnliche Entwicklung wie in Lugansk. Doch noch gebe es solche Regelungen nicht. Vor Ausbruch des Konflikts lebten im dicht besiedelten Bezirk Donezk etwa 4,3 Millionen Menschen, die benachbarte Region Lugansk zählte rund 2,3 Millionen Einwohner. UN-Angaben zufolge starben in dem bewaffneten Konflikt bislang mehr als 10.000 Menschen.

Klaus Rösler
(06.12.2018)