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„Happy Reformationstag“

Mülheimer Baptistenpastor und seine Frau reden mit Kindern über Jesus

Mülheim/Ruhr

– Pastor Helmut Venzke, der seit 15 Jahren in der baptistischen Friedenskirche in Mülheim an der Ruhr arbeitet, und seine Ehefrau Gabriele sind in der Regionalausgabe der Bild-Zeitung vorgestellt worden. Der Anlass: Am heidnischen Geisterfest Halloween sprachen sie mit den Kindern, die bei ihnen an der Haustür klingelten, über das zeitgleich stattfindende Reformationsfest. Wie Gabriele Venzke der GEMEINDE sagte, ist für den Bericht ein Nachbar verantwortlich, der für die Bild-Zeitung arbeitet. Er habe beobachtet, wie die Kinder von den beiden Baptisten seit Jahren über das Reformationsfest informiert werden. Darüber habe er mit ihrem Ehemann gesprochen. Am Reformationstag hatte das Ehepaar die Reformationsschilder des Dienstbereichs Mission an ihrer Haustür aufgehängt. Eines trug die Aufschrift: „Bei uns ist heute Reformationstag. Halloween steht nicht im Kalender. Du kannst gerne bei uns klingeln. Es gibt auch etwas Süßes!“

 

Rund 150 Kinder in Halloweenkostümen waren am 31. Oktober dieser Aufforderung gefolgt, berichtete Gabriele Venzke der GEMEINDE. Einige seien zu zwei oder dritt, andere in größeren Gruppen gekommen. Das erste Kind habe ihnen „Happy Reformationstag“ gewünscht und sogar darum gebeten, etwas über das christliche Fest zu erfahren. Die Gespräche hätten jeweils zwischen einer halben Minute und drei Minuten gedauert: „Wir haben ihnen erklärt, dass wir als Christen an diesem Tag ein anderes Fest feiern.“

 

Zum Hintergrund: Der Reformationstag wie auch Halloween werden am 31. Oktober begangen. An diesem Tag erinnern Protestanten an die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers 1517 in Wittenberg gegen Missstände in der katholischen Kirche. Das Ereignis gilt als Auslöser der Reformation. In den letzten Jahren wurde der kirchliche Feiertag durch Halloween immer mehr aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt. Das Gruselfest hat heidnische Wurzeln und ist in vorchristlicher Zeit in Irland entstanden. Kinder verkleiden sich als Gespenster oder Hexen, ziehen von Haus zu Haus und fordern Süßigkeiten.

 

Es sei wichtig, „Halloween etwas entgegenzusetzen“, so Venzke. „Wir wollen dabei aber keine Spielverderber sein, sondern Zeugnis für Jesus Christus ablegen.“ Deshalb hätten sie den Kindern erklärt, „dass wir nicht den keltischen Totengott Samhain fürchten, sondern Jesus Christus anbeten, der für unsere Sünden gestorben und auferstanden ist“. Die Reaktionen darauf seien durchweg positiv gewesen.

 

Wie der „Erfinder“ der Reformationsschilder, Pastor Carsten Hokema (Oldenburg), der GEMEINDE sagte, sind in diesem Jahr nur noch vereinzelt Schilder angefordert worden. Man habe sie nicht mehr beworben und werde sie auch nicht wieder auflegen: „Alles hat seine Zeit.“ Die Schilder waren erstmals 2012 vorgestellt und eingesetzt worden. Bisher wurden über 30.000 Exemplare gegen Spende abgegeben.

 

Der ebenfalls im Mülheim lebende Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Ekkehart Vetter, hat die Verbreitung des Halloween-Brauchs in Deutschland kritisiert: „Wer immer hinter diesem heute konsumorientierten US-Import nur harmlosen Gruselspaß sieht, sollte wissen, dass dahinter ein heidnischer Brauch und die Tradition des Totenkults steckt“, sagt er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Christen und Kirchen sollten den 31. Oktober für sich reklamieren, so der Präses des Mülheimer Verbandes Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden. Als Vater und Großvater könne er nicht nachvollziehen, warum Kinder in das Gruselspektakel Halloween einbezogen werden.

Klaus Rösler
(08.11.2018)