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Gemeinden nicht vorschnell aufgeben

Ex-Baptistenpastor: Stattdessen Kooperationen oder Partnerschaften eingehen

Horn/Zürich

Größere Zurückhaltung bei Gemeindeauflösungen hat ein Unternehmer und früherer Baptistenpastor angemahnt. „Wo gibt es im Neuen Testament Gemeindeauflösungen?“, fragt der frühere Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Horn-Paderborn, der Schweizer Heinz Griesser (77/Adelfingen bei Zürich), in einem Brief an die GEMEINDE. Er war von 1968 bis 1973 in der Gemeinde tätig und kehrte dann in die Schweiz zurück. Die Gemeinde war 2015 aufgelöst worden. Im letzten Gottesdienst war er mit dabei. Er habe die vielen verbliebenen „heimatlosen“ Christen besucht. „Ich verstehe nicht, dass man so leicht mit Gemeindeauflösungen und deren Mitgliedern umgeht. Wo bleibt die Seelsorge?“ Man könne jahrzehntelange Mitglieder doch nicht einfach sich selbst überlassen. Er schlägt vor, eine klein oder alt gewordene Gemeinde als Stations- und Zweiggemeinde einer anderen Gemeinde weiterzuführen – auch wenn dies mehr Arbeit für den zuständigen Pastor bedeute. Er selbst habe während seines Dienstes auch an jedem Sonntag zwei Gottesdienste – neben Horn-Bad Meinberg auch in Paderborn – sowie wöchentlich zwei Bibelstunden gehalten. Bei wachsenden Gemeinden sei diese Struktur bis heute üblich – „warum nicht auch bei Gemeindeverkleinerungen?“ An die Pastoren im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden appelliert er, „wieder mit mehr Wagemut, Vertrauen, Einsatz und Liebe im ‚Weinberg Gottes’ unterwegs sein! Verwalter sein genügt nicht.“ Mit Wehmut erinnert sich Griesser an das letzte Stück des Organisten in Horn: „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus...“ Bis heute sei er mit den in der Region lebenden Baptisten verbunden.

 

Griesser studierte Theologie am Internationalen Baptistischen Theologischen Seminar (IBTS) in Rüschlikon in der Schweiz. 1968 wurde er in Horn zum Pastor ordiniert. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz arbeitete er zunächst als Exportkaufmann. 1991 gründete er sein eigenes Unternehmen, das Spezialdrehteile aus Stahl oder Edelstahl europaweit exportiert. Geistlich ist er nach eigenen Angaben mit dem Missionswerk EBM INTERNATIONAL (Wustermark bei Berlin) verbunden. In der Baptistengemeinde Schaffhausen gehört er zum Mitarbeiterkreis. Auch diese Gemeinde sei durch Krisen gegangen. Statt sie aufzulösen, sei sie länderübergreifend eine Kooperation mit der Gemeinde Singen eingegangen.

 

Klaus Rösler
(10.10.2018)