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„Ich hab’ den Traum“

2.400 Sänger bei der Probe zum Musical „Martin Luther King“

Essen

„Ich hab‘ den Traum, dass bald ein Geist der Liebe weht“ – zum ersten Mal stimmten in der Essener Grugahalle 2.400 Sänger den Titelsong des neuen ökumenischen Musicals „Martin Luther King“ an. Nachdem die Männer und Frauen aus dem Ruhrgebiet und vielen anderen Teilen Deutschlands die 21 Lieder des Stücks über den farbigen Bürgerrechtler und Baptistenpastor zunächst in ihren Chören einstudiert hatten, stand nun die erste Probe in großer Besetzung an. Das Besondere: Die vielen hundert Laiensänger stehen gemeinsam mit professionellen Musicalsolisten auf einer Bühne. Mit diesem Konzept war im Reformationsjahr 2017 bereits das Pop-Oratorium „Luther“ erfolgreich unterwegs. Viele Sänger von damals sind auch jetzt wieder dabei. Am 9. und 10. Februar wird „Martin Luther King“ in der Essener Grugahalle uraufgeführt. Im Sommer ist dann ein Auftritt auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund geplant, bevor die Produktion 2020 auf Deutschland-Tournee geht.

 

Eine weitere Besonderheit: Das Chormusical-Projekt ist ökumenisch; Projektpartner sind die Evangelische Kirche im Rheinland, das (katholische) Bistum Essen und der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.

 

„Die Menschen sind verschieden, aber alle gleichwertig. Das ist der Traum von Martin Luther King, seine Vision, und die brauchen wir heute auch“, bringt es der rheinische Präses Manfred Rekowski, auf den Punkt: Die Botschaft des farbigen US-Bürgerrechtlers, der vor 50 Jahren erschossen wurde, sei nach wie vor aktuell. Weihbischof Wilhelm Zimmermann, Bischofsvikar für die Ökumene im Bistum Essen, verweist auf die „besondere Struktur“ des Ruhrgebiets, wo es ebenso viele Protestanten wie Katholiken gäbe und Ökumene daher immer schon ein großes Thema sei. Im vergangenen Jahr haben sich das Ruhrbistum und die umliegenden evangelischen Landeskirchen zu einer engeren Zusammenarbeit verpflichtet – davon profitiert jetzt auch das Musical-Projekt. Und die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden haben ohnehin eine große Nähe zum Thema des Musicals: „Martin Luther King war Baptist. Da lag es für uns nahe, die Schirmherrschaft zu übernehmen für ein Projekt, das sich mit seiner Botschaft beschäftigt: Gerechtigkeit, Frieden und die Liebe Gottes in die Welt hineinzutragen“, so Leo Schouten, der Leiter des Landesverbands NRW im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.

 

Veranstalterin des Musicals ist die Stiftung Creative Kirche Witten, die in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen feiert und schon viele Musikprojekte wie „Luther“ oder „Die zehn Gebote“ auf den Weg gebracht hat. Seit 2010 unterstützt die Stiftung auch die Organisation „Brot für die Welt“ und hat seitdem schon mehr als eine halbe Million Euro an Spenden gesammelt. Mit Erlösen aus dem neuen Musical fördert die Stiftung ein Wasserprojekt in Kenia, das Frauen ermöglichen soll, in die Schule zu gehen, anstatt zum Wasserholen. Zu den Autoren des Musicals gehört u.a. der Baptistenpastor Andreas Malessa.

Klaus Rösler
(05.10.2018)