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Deutsche Orthopädietechniker helfen über 40 Gehbehinderten in Uganda

Sie bezahlten einen Sommereinsatz aus der eigenen Tasche

Usingen

16 Orthopädietechniker, eine Physio- und eine Ergotherapeutin überwiegend aus Hessen kümmerten sich in ihrem Urlaub um gehbehinderte Menschen im ostafrikanischen Uganda. Sie versorgten mehr als 40 Patienten orthopädietechnisch, teilte der Leiter der Gruppe, der Orthopädiemechaniker Karsten Schulz (Usingen), der GEMEINDE mit. Der 54-Jährige Berufsschullehrer der Landesfachklasse für Orthopädietechnik in Usingen leitet den Verein „PRO Uganda – Prothesen für ein neues Leben“. Alle Deutschen hätten ihre Reisekosten von mindestens 1.000 Euro aus der eigenen Tasche bezahlt. Im vergangenen Jahr hat der Verein in Uganda in Mukuno in der Nähe des Viktoriasees die erste Orthopädiewerkstatt des Landes eröffnet. Kooperationspartner vor Ort ist das österreichische Hilfs- und Missionswerk „Vision for Africa“ (Imst/Tirol). Trotz des aktuellen Einsatzes warteten noch 180 Afrikaner auf eine Prothese.

 

Besonders habe man sich darüber gefreut, einem 10-jährigen Jungen helfen zu können. Schulz: „Der Junge kam ohne Unterschenkel zur Welt und konnte sich bislang nur kriechend fortbewegen.“ Nun habe er zwei Ersatz-Unterschenkel erhalten und die Gäste hätten miterleben könne, „wie er zum ersten Mal in seinem Leben Fußball spielte“.

 

Ein weiterer Höhepunkt sei es gewesen, in Anwesenheit des deutschen Botschafters in Uganda, Dr. Albrecht Conze (Kampala), die eine erste Orthopädiefortbildung für Einheimische starten zu können. „PRO Uganda“ bietet eine Ausbildung zum Orthopädietechniker an. Dazu betreibt das Werk eine Orthopädiewerkstatt. Für sie sucht das Hilfswerk dringend einen Orthopädiemechaniker mit Berufserfahrung. Während eine Unterschenkelprothese in Deutschland um die 4.000 Euro kostet, sind Anfertigungen mit einfachen Materialien in Uganda bereits ab 200 Euro zu haben. Sie könnten die Lebensqualität der Betroffenen deutlich erhöhen. Schulz gehört zum Freundeskreis der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Neu-Anspach im Taunus.

 

Klaus Rösler
(10.09.2018)