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Bei Sprechen das Gegenüber anschauen

Diakonin Gisela Bullermann sprach über die „Kraft der Sprache“

Lage

Beim Sprechen Worte bewusst zu verwenden, dazu hat die baptistische Diakonin i. R. und Fachdozentin Gisela Bullermann (Bielefeld) aufgerufen. Bei einem Seniorentreffen in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Lage sprach sie vor 40 Besuchern zum Thema „Weißt du wirklich, was du sagst? – Die Kraft der Sprache“. Mit der Sprache könne man Menschen ermutigen und aufbauen, aber auch klein und fertigmachen. Unter anderem lud sie die Besucher zu einer „Wortprobe“ ein – ähnlich einer Weinprobe. Sie sollten ihre Empfindungen auf bestimmte Worte schildern. Wort wie „Quelle, Apfelbaum, Dankeschön“ seien bei den meisten mit positiven Empfindungen verknüpft gewesen; Worte wie „müssen, schnell“ mit negativen. Sie würden als Druck gelebt. Oft könne man auf solche Worte verzichten. Statt zu sagen „Ich muss noch einkaufen gehen“, könne man sagen „Ich gehe noch einkaufen.“ Und statt Verneinungen zu verwenden, gelte es, klare positive Wünsche zu formulieren. Beispiel: „Komm nicht zu spät“. Dafür könne man sagen: „Sei pünktlich.“ Zudem sollte man Anleihen an eine kriegerische Sprache vermeiden: „Bombenwetter“ oder „Bombenstimmung“ seien solche Worte oder Sätze wie „Ich habe ein Attentat auf dich vor“ oder „Spann mich nicht auf die Folter“. Stattdessen gelte es friedvolle Worte zu verwenden. Wichtig sei es bei allen Gesprächen, das Gegenüber anzuschauen. Dafür finde sich sogar ein Beispiel in der Bibel, führte die Referentin aus. Bevor Petrus und Johannes nach dem Bericht aus der Apostelgeschichte 3 einen Gelähmten heilten, hätten sie ihn aufgefordert: „Sieh uns an“ (Apg 3,4). Welche Bedeutung der Sprache in der Bibel zugemessen werde, werde auch in den Erzählungen über den Turmbau zu Babel und über die Ausgießung des Heiligen Geistes deutlich. Die Gemeinde Lage hat 85 Mitglieder.

Klaus Rösler
(10.09.2018)