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Von den Vätern lernen

Gemeinde in Bad Homburg erinnert an ihren Gründer

Bad Homburg

– An den Gründer der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Bad Homburg, den Unternehmer Jean Emil Leonhardt, hat die Gemeinde in einem Gottesdienst unter dem Motto „Von den Vätern lernen“ und die Lokalzeitung „Frankfurter Neue Presse“ mit einem zweiteiligen Bericht erinnert. Er war am 24. August 1918 mit Alter von 65 Jahren gestorben. Leonhardt hatte 1870 in England, wo er eine kaufmännische Ausbildung absolvierte, die „Offenen Brüder“ kennengelernt. 1887 gründet er gemeinsam mit den Baptisten in Bad Homburg die Gemeinde.

1905 rief er die Rex-Conservenglas-Gesellschaft ins Leben. Diese Form der Haltbarmachung von Obst, Gemüse, Fleisch und Milch für Babys, war in einer Zeit ohne Kühlschrank eine große Erleichterung. Die Gläser fanden aufgrund ihrer besonderen Qualität eine große Verbreitung, wohl auch deshalb, weil die Firma auch einen Einkochapparat im Angebot hatte. Für seine Arbeit erhielt Leonhard zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Schließlich füllte seine Firma selbst die Gläser –mit Obst und Gemüse. Von Homburg gingen 1910 rund fünf Millionen Gläser in deutsche Haushalte und sogar bis nach Afrika, Nordamerika, China und Japan.

Zwei Jahre nach der Gründung der Firma hatte Leonhardt einen Teilhaber aufgenommen, den er durch die Gemeinde kannte und der dort den Chor leitete: Friedrich Kleemann. Nach Leonhardts frühem Tod übernahm er 1918 vertragsgemäß die Firma, verkaufte sie aber 1926 und gründete zusammen mit seinem Sohn eine Motorrad-Fabrik. Als Firmenname wählten sie HO (für Homburg) und REX (Name der Einmachgläser). Die Kultmarke Horex war entstanden.

Wie Gemeindepastor Harald Kufner der GEMEINDE mitteilte, nahmen an dem Erinnerungsgottesdienst zwei Enkel von Leonhardt sowie die Stadthistorikerin Gerta Walsh teil. In seiner Predigt wies er darauf hin, dass es nicht darum gehe, irgendwelchen Menschen zu huldigen. Doch ein Blick auf die Vorfahren könne auch heute noch motivieren. Kufner verlas einige Stellen aus einem Abschiedsbrief von Leonhardt an seine Frau und acht Kinder vor, den er vor einer schweren Operation und wenige Monate vor seinem Tod in der Universitätsklinik Gießen verfasst hatte. Kufner: „Da hat einer geglaubt und vertraut und sich geborgen gewusst bis in den Tod. Mich motiviert das.“ Leonhardt habe christuszentriert gelebt, was der Gemeinde bis heute an Anliegen sei.

 

Klaus Rösler
(10.09.2018)