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Jesus hätte die Ehe für alle gutgeheißen

Ex-US-Präsident Jimmy Carter sagte das im Fernsehinterview

New York

„Jesus hätte die Ehe für alle gutgeheißen.“ Davon ist der frühere US-Präsident Jimmy Carter (Plains/US-Bundesstaat Georgia) überzeugt. Das sagte der 93-jährige Baptist in dem Fernsehsender „Huff Post Live“ (New York) bei der Vorstellung seines neuen Buches „A Full Life“ (Ein erfülltes Leben). Der Beitrag ist auch im sozialen Netzwerk Facebook zu finden sowie auf Spiegel-Online. Wenn Menschen einander ehrlich liebten, sollten sie heiraten dürfen – egal welches Geschlecht sie haben, so Carter. Allerdings räumt er ein, dass dies seine persönliche Meinung sei. Eine Bibelstelle für seine Überzeugung gebe es nicht. Während er mit der gleichgeschlechtlichen Ehe keine Probleme hat, machten ihm Abtreibungen zu schaffen. „Ich glaube nicht, dass Jesus für Abtreibungen ist“, sagte er in der Sendung. Ausnahmen könne es seiner Ansicht nach nur bei Vergewaltigungen, Inzest und der Gefahr für das Leben der Mutter geben. 

Carter unterstrich die Bedeutung des christlichen Glaubens in seinem Leben. Er bezeichnete sich als wiedergeborenen Christen. Auch in der Politik habe der Glaube ihm Kraft gegeben, Probleme zu überwinden. Nach dem Ausscheiden aus der Politik sei sein Glaube an Jesus Christus für ihn Motivation gewesen, „mehr im Leben zu erreichen“. Wie er sagte, ist er bis heute als Sonntagsschullehrer für Erwachsene in seiner Baptistengemeinde in Plains (US-Bundesstaat Georgia) tätig. Die Gemeinde habe nur 30 Mitglieder. Doch wenn er unterrichte, seien nicht selten zwischen 200 und 700 Besucher vor Ort.

Der Demokrat war von 1977 bis 1981 Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Seither engagiert er sich für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit. 2002 wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Das von ihm gegründete Carter-Center hat sich als Menschenrechtsorganisation einen Namen gemacht. Carter engagierte sich immer wieder als Vermittler in Konflikten. Ferner ist er seit 36 Jahren für die humanitäre Organisation „Habitat for Humanity“ tätig, die Häuser für Bedürftige errichtet. Carter war ursprünglich Mitglied des theologisch konservativ geführten Bundes der Südlichen Baptisten, der größten protestantischen Kirche in den USA. Aus Protest dagegen, dass Frauen nicht zu Pastorinnen ordiniert werden dürfen, trat er im Jahr 2000 aus dem Bund aus.

Klaus Rösler
(12.07.2018)