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Stettin: Bauarbeiten an historischem Gemeindezentrum verzögern sich

Die Baptisten wollen ihr Haus zu einer ökumenischen Begegnungsstätte umbauen

Stettin

Die Renovierungsarbeiten an der Baptistengemeinde in der polnischen Großstadt Szczecin (Stettin) in Westpommern verzögern sich. Die kleine 43 Mitglieder zählende Gemeinde will ihr historisches Gemeindezentrum aus dem Jahr 1855 zu einer internationalen ökumenischen Begegnungsstätte ausbauen. Der Umbau soll rund eine Million Euro kosten. Wenn die Gemeinde 350.000 Euro an Eigenmitteln aufbringt, könnte sie nach Bewilligung ihres Antrags 650.000 Euro als Fördermittel aus der öffentlichen Hand erhalten. 100.000 Euro wurden bereits zusammenlegt. Gemeindepastor Robert Merecz hofft auf Unterstützung aus Deutschland. Er wird in seinem Anliegen von einem Freundeskreis in Deutschland unterstützt. „Motor“ dabei ist der frühere Unternehmer und Kassierer der Gemeinde Eberswalde, Friedemann Gillert. Wie er der GEMEINDE sagte, sind in Deutschland allein in diesem Jahr rund 10.000 Euro an Spenden zusammengekommen. Darüber hinaus habe es einige zinsfreie Kredite und Bürgschaften gegeben. Auch von den polnischen Behörden seien positive Signale gekommen. Deshalb sei man in der Gemeinde nun zuversichtlich, nach einem Festgottesdienst am 9. September mit den Renovierungsarbeiten offiziell begingen zu können. Nach den ersten Planungen hatte die Gemeinde gehofft, schon im vergangenen Jahr die Arbeiten starten zu können.

 

Die Baptistengemeinde wurde 1846 von deutschen Baptisten gegründet. Vier Jahre später wurde mit dem Bau des Gemeindehauses begonnen, das 1855 in Anwesenheit von Johann-Gerhard Oncken (1800-1884), dem Begründer des Baptismus auf dem europäischen Festland, eingeweiht wurde. Damals war Stettin die Hauptstadt der preußischen Provinz Pommern. Seit Ende des Zweiten Weltkrieg gehört Stettin zu Polen. Das Gemeindehaus steht ist der Nähe des Bahnhofs und ist die viertälteste Oncken-Kapelle, die in Europa noch erhalten ist. Die Stadtverwaltung hatte den polnischen Baptisten das denkmalgeschützte, vierstöckige Haus 2002 in stark sanierungsbedürftigem Zustand übergegeben.

 

Wer die Gemeinde persönlich kennenlernen möchte, ist zu einem Kennenlernwochenende nach Stettin am 8. und 9. September eingeladen. Neben Informationen über das historische Haus und die Gemeinde steht ein umfangreiches Besichtigungsprogramm auf dem Programm. Die Reise kostet 119 Euro. Informationen bei Friedhelm Gillert: gillert@telta.de, 0173 9874723 .

Klaus Rösler
(05.07.2018)