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Jede Zeit hat ihre eigenen Chancen

Referent Friedrich Schneider in den Ruhestand verabschiedet

Wustermark

„Jede Zeit hat ihre eigenen Chancen. Die gilt es zu entdecken und zu nutzen!“ Davon ist der ehemalige Referent für Theologie, Gemeinde und Gesellschaft und vorherige Leiter des Dienstbereichs Gemeindeentwicklung im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Pastor Friedrich Schneider (Oldenburg), überzeugt. Das schreibt er im Leitartikel der aktuellen Ausgabe von „Bund aktuell“. Er wurde Ende Juni nach 22 Jahren in überregionalen Diensten des Bundes und zuvor 16 Jahren als Gemeindepastor mit einem Gottesdienst und einer Feier in Wustermark-Elstal in den Ruhestand verabschiedet. Dabei wurde er als „kreativer und innovativer Kopf“ gewürdigt. Schneider räumte ein, manchmal heute in Gemeinden einen depressiven Grundton wahrzunehmen: „Früher hatten wir noch einen Chor, waren wir mehr Leute – waren wir sogar jünger!“ Das stimme, gibt er zu. Dennoch seien heute die Menschen nicht alle desinteressiert oder unzuverlässig. Vielmehr habe sich die Art der Mitarbeit geändert. Sie sei kurzfristiger und projektbezogener geworden: Schneider: „Das ist nicht besser und nicht schlechter.“ Zwar sei es bedauerlich, wenn es keine regelmäßige Jungschar- oder Jugendgruppe mehr gebe. Er verweist dagegen auf neue Projekte, wie etwa ein „Repair-Café“, wo Junge und Alte gemeinsam Fahrräder und andere Dinge reparieren. Ein Praxistipp von ihm: „Wenn nur noch 20 Leute zum Gottesdienst kommen, warum stellt man dann nicht die Stühle im Kreis und redet erstmal über das, was letzte Woche wichtig war, bevor man gemeinsam über einen Bibeltext nachdenkt?“

 

Der Präsident des Bundes, Michael Noss, würdigte Schneider als Mitarbeiter, der bescheiden aus dem Hintergrund Fäden gezogen habe: „Du hast zahlreiche kluge Gedanken zu Papier gebracht und eine Menge in Bewegung gesetzt, von dem viele nicht wissen, dass du derjenige warst.“ So habe Schneider zur Weiterentwicklung der Bundeskonferenzen beigetragen und auch das ökumenische Engagement des Bundes mitgeprägt, etwa in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Generalsekretär Christoph Stiba verwies auf weitere Aufgaben, in denen Schneider mitgewirkt habe, etwa in der Zukunftskommission, die die neue Struktur des Bundes erarbeitet hatte. Als Leiter des Dienstbereichs Gemeindeentwicklung habe er dann ab 2003 das Beraternetzwerk mitentwickelt. Er habe die Bildungsarbeit für Ehrenamtliche vorangebracht und Handreichungen für Gemeinden formuliert. Als „Husarenstück“ bezeichnete Stiba die Entwicklung des Fachbereichs Familie und Generationen, in dem die Arbeit von Frauenwerk und Gemeinde-Seniorenwerk zusammengeführt wurden. Die Referentin dieses neuen Fachbereiches, Dagmar Lohan, würdigte Schneider als „Geburtshelfer“. Vor seinen Wechsel in den Bundesdienst war er als Pastor in der Kreuzkirche in Oldenburg und in der Gemeinde Elmshorn tätig.

Klaus Rösler
(05.07.2018)