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Landrat lobt Baptisten

50 Jahre Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in Pfaffenhofen

Pfaffenhofen

- Mit einem Konzert, Sommerfest und einem Fest-Gottesdienst hat die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in Pfaffenhofen in Bayern ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Die Feierlichkeiten standen unter dem Motto „50 Jahre gemeinsam mit Jesus auf dem Weg“. Im bunten Nachmittagsprogramm mit Crêpesstand, Smoothiebar, Eiswagen, Hot-Dogs-Stand und Kinderschminken trat der christliche Liedermacher Arno Backhaus (Calden bei Kassel) auf.

Die Gemeinde hat heute 90 Mitglieder. Die Anfänge waren klein. Sechs Baptisten gründeten am 17. Juni 1968 in einer Garage die Gemeinde. Anfangs traf man sich auch in privaten Wohnzimmern. 1981 gab es bereits 32 Mitglieder, die eine ehemalige Schmiede kauften und zum Gemeindezentrum umbauten. Der frühere Gemeindeleiter Hans Eichler erinnerte daran, dass die kleine Gruppe das historische Haus in über 10.000 Arbeitsstunden hergerichtet habe. Bereits 1983 habe der erste Gottesdienst gefeiert werden können. Drei Jahre später sei der Kaufpreis von 250 000 Mark abgezahlt gewesen. Dass die Gemeinde damals das Haus so günstig erwerben konnte, sei eine Folge der Gebete gewesen, hieß es beim Jubiläum. Dass dies möglich gewesen sei, sei „ein echtes Wunder“. Bis 1993 wurden die Baptisten in Pfaffenhofen noch als eine „Tochtergemeinde“ von München geführt. Dann wurde die Gemeinde eigenständig.

Unter den Gästen war Landrat Martin Wolf (CSU). Er zeigte sich beeindruckt davon, „wie Sie das Glaubensleben mit dem Sozialen verbinden". So hat die Freikirche vor drei Jahren ein One-world-Café gegründet, in dem Einheimische mit Flüchtlingen zusammenkommen. Er verwies auch auf die Kinderspielgruppen: „Es ist großartig, dass Sie Kindern eine Glaubensheimat geben." Wolf gestand, dass er ein Faible habe für Menschen, die sich für die Gesellschaft einsetzen - und das auch im Gebet. Durch einen lebensbedrohlichen Motorradunfall habe er erfahren, dass viele Menschen für ihn gebetet hätten: „Auch aus Ihrer Gemeinde. Das hat mir viel Kraft gegeben.“
 Gemeindepastor Lars Müller bezeichnete gegenüber der GEMEINDE das Konzert der Musikgruppe „Peregrin’s Tale“ als „absoluten Hammer: So etwas Tolles habe ich noch nie mit einer Gemeinde erlebt!“ Im Zuge der parallel stattfindenden „Langen Nacht der Kunst und Musik" war die Innenstadt gesperrt. Der Hof der Baptisten sei mit bis zu 150 Besuchern brechend voll gewesen. Die Gruppe habe selbst Lieder der amerikanischen Songwriterin Kathy Spatschek mit einer intensiven christlichen Botschaft intoniert.

 Beim Festwochenende kamen 1.450 Euro an Spenden zusammen, der dem Pfaffenhofener Verein „Familien in Not“ übergeben wurde. Der evangelische Pfarrer Jürgen Arlt dankte für die die gute Zusammenarbeit, zuletzt beim Friedensgebet im Bürgerpark. Das unterstrich auch Sepp Steinbüchler, der ehemalige Pastoralreferent der katholischen Pfarrgemeinde. Er erinnerte an gemeinsame Aktionen wie den Eine-Welt-Abend oder die Nacht der Lichter. Zur freikirchlichen Gemeinde sei großes Vertrauen entstanden.

 Für den Landesverband Bayern im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden überbrachte der stellvertretende Leiter Frank Hantelmann zwei Eichen-Sprößlinge. „Sie sollen daran erinnern, dass das Wachstum von Gott kommt.“
Im Anschluss an den Gottesdienst ließen Kinder 100 Luftballons mit Segenswünschen für die Stadt und den Landkreis in den blauen Himmel aufsteigen.  

Am Rande der Feierlichkeiten wies die Gemeinde darauf hin, dass ihr Gemeindezentrum zu klein geworden ist. Längst nicht alle Besucher hätten einen Platz gefunden. Sie konnten die Feier auf einer Videoleinwand im ersten Stock verfolgen. Jetzt wird überlegt, ob das Haus umgebaut oder abgerissen und neu gebaut werden soll.

 

Klaus Rösler
(05.07.2018)