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USA haben nur 28 verfolgte Christen aus dem Mittleren Osten aufgenommen

Flüchtlingspolitik von Präsident Trump stößt bei Südlichen Baptisten auf Kritik

Washington

Die USA haben 2018 bislang nur 28 christliche Flüchtlinge aus dem Mittleren Osten aufgenommen. Das geht aus der Statistik des „Refugee Processing Center“ hervor, das vom Außenministerium betrieben wird. Acht kamen aus Afghanistan, sechs aus Syrien und jeweils zwei aus dem Iran und dem Irak. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum 2016 akzeptierte die Regierung unter US-Präsident Barack Obama 1.444 christliche Flüchtlinge aus dieser Region (Afghanistan 27, Iran 857, Irak 549, Syrien 11).

 

Die Flüchtlingspolitik der Regierung unter US-Präsident Donald Trump stößt unter anderem bei Evangelikalen, etwa beim Zusammenschluss „Evangelical Immigration Table“, auf Kritik. Die Leiterin der Gemeindearbeit in der Kommission für Ethik und Religionsfreiheit der Südlichen Baptisten, Trillia Newbell (Nashville/US-Bundesstaat Tennessee), bezeichnete Einwanderer als „wichtigen und wachsenden Teil unserer Kirchen“. Schon der Apostel Paulus habe geschrieben, wenn ein Körperteil leide, litten alle anderen mit: „Aus diesem Grund leiden wir, wenn wir sehen, wie unsere Brüder und Schwestern für ihren Glauben verfolgt werden und von den USA abgelehnt werden.“

 

Der „Evangelical Immigration Table“ ist ein Zusammenschluss evangelikaler Organisationen und Führungskräfte, der sich nach eigenen Angaben für eine mit biblischen Werten übereinstimmende Reform der Einwanderungsgesetze einsetzt. Die USA nehmen jährlich etwa 20.000 Flüchtlinge auf, so das Hilfswerk „World Relief“. Die Südlichen Baptisten sind mit 15 Millionen Mitgliedern die größte protestantische Kirche in den USA.

 

Klaus Rösler
(27.06.2018)