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Zukunftssichernde Maßnahmen für die RGO verabschiedet – oder:

Auch im Ruhestand sollen Pastoren nicht darben müssen

Kassel

Eines der bedeutenden Themen auf der diesjährigen Bundesratstagung war die RGO. Diese drei Buchstaben sind die Abkürzung für Ruhegeldordnung. Dabei handelt es sich um eine Rentenzusatzversorgung für ordinierte Mitarbeiter unseres Bundes. Während der Bundesratstagung standen am Info Stand der RGO deren Vorsitzender, der Steuerberater Friedo Borkowski (Hamburg), sowie der Geschäftsführer Pastor Lothar Peitz (Bad Schwalbach) und der Sachbearbeiter, Detlev Steinicke (Bad Homburg), für Gespräche zur Verfügung.

Zum Hintergrund: Alle Gemeinden, die einen ordinierten Mitarbeiter (Pastoren/Pastorin/Diakon/Diakonin) beschäftigen, müssen in die RGO einzahlen. Derzeit gibt es 598 Beitragszahler und 404 Empfänger - 292 Rentner (Pastoren im Ruhestand) und 112 Hinterbliebene (meist Pastorenwitwen). Die durchschnittliche Zusatzversorgung betrug für die Rentner 560 Euro, für die Witwen 340 Euro. Aufgrund der Veränderung des allgemeinen Rentenniveaus ist dies eine nennenswerte Versorgung, die es auf Dauer zu gewährleisten gilt.

 

Zur Vorsorge gehört es auf die veränderten Rahmenbedingungen zu reagieren. Dies sind die geringen Erlöse auf dem Kapitalmarkt für die angesparte Rücklage in Höhe von rund neun Millionen Euro, sowie die erfreuliche Tatsache, dass die Pastoren und Witwen eine höhere Lebenserwartung haben und somit länger die Zusatzversorgung in Anspruch nehmen. Die Versorgungsleistungen werden im Wesentlichen durch die aktuellen 600 Beitragszahler im Rahmen des sogenannten Umlageverfahrens erbracht. Da der Anteil der Teilzeitpastoren steigt, sinkt gleichzeitig das Beitragsaufkommen. Somit besteht Handlungsbedarf.

Für die aktuellen Bezieher der Zusatzversorgung besteht Bestandsschutz, ebenso für Anspruchsberechtige ab 62 Jahren, sodass hier keine Änderungen möglich sind. Somit verbleiben nur Maßnahmen, die erst zukünftig wirksam werden. Eine Arbeitsgruppe aus Rentenfachleuten, Mitgliedern des RGO Kuratoriums und Volker Springer haben ein langfristiges Gesamtkonzept zur Zukunftssicherung erarbeitet und dem Bundesrat vorgestellt. Dazu gehören: Der Beitrag wird um 0,5 Prozentpunkte auf 10,5 Prozent des Gehaltes angehoben. Von dem neu festgesetzten Bundesbeitrag sind für die Dauer von fünf Jahren 1,50 Euro für die RGO zu verwenden. Zudem wird es im gleichen Zeitraum keine Rentenerhöhungen geben. Darüber hinaus wird ab dem 1. Januar 2019 die allgemeine Bemessungsgrundlage von 100 auf 80 Prozent gesenkt. Dies führt gerade bei sehr jungen Pastoren zu einer spürbaren Reduzierung der Zusatzversorgungsansprüche.

Durch dieses Bündel an Maßnahmen, von dem den Großteil der Belastungen die ordinierten Mitarbeiter tragen, ist gewährleistet, dass die Zusatzversorgung weiter auf sicheren Beinen steht.

Die Delegierten des Bundesrates in Kassel stimmten diesen Vorschlägen mit großer Mehrheit zu.

 

 

Klaus Rösler/Heinz Sager
(14.05.2018)