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Baptisten- und Brüdergemeinden: Ein leichtes Plus bei Mitgliedern und Gemeinden

Größte deutsche Freikirche meldet stabile Mitglieder- und Besucherzahlen

Kassel

– In der größten deutschen Freikirche, dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gibt es ein leichtes Wachstum bei den Zahlen der Mitglieder und Gemeinden, aber weniger Taufen und Gottesdienstbesucher. Das geht aus der Mitgliederstatistik hervor, die auf der Bundesratstagung (Synode) der Freikirche vom 9. bis 12. Mai in Kassel vorgestellt wurde. So stieg die Zahl der Mitglieder um 27 (0,03 Prozent) auf 82.357 und die Zahl der Gemeinden um fünf auf 802. Nach den Worten des Leiters des Referates Kommunikation der Freikirche, Michael Gruber (Wustermark Elstal bei Berlin), gab es bis 2013 einen Abwärtstrend bei den Mitgliederzahlen. Seitdem sei der Bund aber um etwa ein Prozent gewachsen. Die große Mehrheit der Gemeinden, nämlich 494, hat weniger als 100 Mitglieder. 194 Gemeinden haben zwischen 100 und 200 Mitglieder, 67 Gemeinden zwischen 200 und 300. 33 gelten innerhalb der Freikirche als groß mit mehr als 300 Mitgliedern. Bei den Gottesdienstbesucherzahlen gab es einen leichten Rückgang um 79 auf 72.775 (0,1 Prozent). Dies sei aber immer noch der zweithöchste Wert seit 2010. Sein Fazit: „Unsere Mitglieder- und Besucherzahlen sind stabil.“

 

Einen deutlichen Rückgang um 550 auf 2.142 (-20 Prozent) gab es bei den Taufen. Dazu Gruber: „Die hohen Taufzahlen im Vorjahr 2016 hängen wohl damit zusammen, dass in dem Jahr viele internationale Geschwister den Weg in unsere Gemeinden gefunden haben.“ Dennoch seien die Taufzahlen für das vergangene Jahr der zweithöchste Wert seit 2010. „Und seit 2011 gibt es insgesamt einen Aufwärtstrend, der 2016 einen besonderen Ausschlag nach oben hatte.“ Die Freikirche praktiziert die Gläubigentaufe: Das heißt nur Personen werden getauft, die öffentlich bekennen, Christen geworden zu sein. Auch die Zahl der Austritte stieg leicht um 22 Personen auf 1.238.

 

Der Statistik zufolge wurden im vergangenen Jahr 812 Mitglieder innerhalb der Freikirche überwiesen. Nach einem Umzug schlossen sie sich einer Gemeinde des Bundes an einem anderen Ort an. Doch 76 dieser Personen seien in keiner Gemeinde angekommen. 2016 hat diese Differenz noch bei 178 gelegen, hieß es in Kassel.

 

Wie ferner bekannt wurde, betreut der Gemeindebund 24 Gemeindegründungsprojekte. Vier sind innerhalb der Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden, dem ChristusForum Deutschland, aktiv. Diese Projekte haben 307 Mitglieder und erreichen 1.074 Gottesdienstbesucher. Während in einer klassischen Gemeinde der Freikirche der Gottesdienstbesucher geringer ist als die Mitgliederzahl, erreichen diese Gemeindegründungsprojekte dreimal so viele Personen wie sie Mitglieder haben.

 

Darüber hinaus wurde die Gemeinde Hildburghausen in Thüringen als neue unabhängige Gemeinde in den Bund aufgenommen. Sie hat 28 Mitglieder und wurde bisher von der Baptistengemeinde in Meiningen verwaltet. Wie der Generalsekretär der Freikirche, Christoph Stiba (Wustermark bei Berlin), ferner bekannt gab, haben sich im vergangenen Jahr die Gemeinden Herdecke (bei Hagen) und Moers aufgelöst. Die Baptistengemeinde Bochum-Langendreer hat sich einer anderen Freikirche angeschlossen: der Freien evangelischen Gemeinden Bochum-Ost.

 

Klaus Rösler
(14.05.2018)