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Immer mehr Baptisten in der Türkei

Baptistenpräsident Cevik: Drei illegale Gemeinden wollen Mitglied werden

Kassel

Der Baptistenbund in der Türkei wächst. Das sagte dessen Präsident, Ertan Cevik (Izmir), am Rande der Bundesratstagung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden der GEMEINDE. Der Bund besteht derzeit aus sieben Gemeinden mit zusammen 700 Mitgliedern. 400 von ihnen seien Flüchtlinge – vor allem aus Syrien und dem Iran. Aus drei Gemeinden, die sich bisher illegal in Privathäusern versammelten, gebe es Anfragen, sich offiziell dem Bund anzuschließen. Als Bund versuche man, in Gesprächen mit den Behörden diese Anfragen positiv zu klären.

 

Wie Cevik weiter sagte, haben die Gemeinde auch intensive Kontakte zu Christen im Iran, die dort im Untergrund lebten. Viele nutzen Urlaubsaufenthalte in der Türkei, um sich in den Baptistengemeinden taufen zu lassen. Cevik: „Sie gehen bewusst als Christen zurück in ihr Heimatland, um dort als ‚Salz und Licht’ zu wirken.“

 

Nach seinen Worten haben sich die Bundesstrukturen als nützlich erwiesen. So habe die Gemeinde in Samsun am Schwarzen Meer ein neues Gemeindezentrum gebaut. Doch der örtliche Bürgermeister habe sich an die Spitze einer Protestbewegung gesetzt, die die Christen als Nachbarn nicht dulden wollten. In politischen Gesprächen mit dem Landrat von Izmir habe man darauf hinwirken können, dass diese Proteste eingestellt werden. Der Landrat habe im Gespräch mit seinem Kollegen in Samsun sogar darauf hinwirken können, dass der Bürgermeister nun die Christen besonders unterstütze. Nach den Worten von Cevik sind alle Baptistengemeinde in der Türkei besonders in der Migrantenarbeit aktiv. So gehörten zur Baptistengemeinde in Samsun 60 Türken, 80 Syrer und 100 Perser. Mit ihrem Engagement für die Migranten nähmen die Baptisten den staatlichen Behörden einen Teil der Integrationsarbeit ab. Zugleich appellierte Cevik an die Christen in Westeuropa, die Christen in der Türkei stärker finanziell zu unterstützen. Ohne finanzielle Hilfe könnte man die umfangreichen Hilfsprogramme für die Flüchtlinge im Land nicht länger fortsetzen.  Das Hilfswerk der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) – EBAid–  habe im vergangenen Jahr 70.000 Euro als Unterstützung zur diese Arbeit zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr seien es nur 40.000 Euro. Cevik: „Wenn es dabei bleibt, kommen wir um Kürzungen nicht vorbei.“

 

Klaus Rösler
(14.05.2018)