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Brasilien: Immer mehr Landwirte setzen auf ökologischen Landbau

Beratungsarbeit von Terra Nova Mondai erfolgreich – Saatguthaus findet großen Anklang

Tijucas do Sul

Immer mehr Landwirte im Süden Brasiliens setzen auf ökologischen Landbau. Das ist mit einer Folge der Beratungsarbeit des christlichen Hilfswerks „Terra Nova Mondai“. Wie der Leiter dieses Arbeitszweiges, Hansjörg Rinklin (Tijucas), im neuesten Rundbrief des Werks schreibt, ist es das Ziel dieser 2011 gestarteten Arbeit, angepasste lokale Saatgutsorten zu erhalten und die Ökobauern „in ihrem Kampf zu unterstützen, nicht in die Abhängigkeit der weltweit agierenden Saatgutkonzerne zu geraten“. 2016 habe man ein Saatguthaus in Betrieb genommen, in dem das Saatgut sachgerecht gereinigt, getrocknet, getestet und gelagert wird. Seit dem letzten Jahr hat dort auch die Saatgutbank „Haus des Teilens“ ihren Sitz. Eine Vielfalt von Mais und Speisebohnen können bei der Bank ausgeliehen und nach der Ernte „mit Zinsen“ zurückgegeben werden. So wachse die Bank stetig und immer mehr Familien könnten sich das Saatgut ausleihen. Zudem habe das Netzwerk Ökosaatgut, das zuvor nur wenige Gruppen umfasste, auf 5.000 Familien in den drei südlichen Bundesstaaten Brasiliens ausgeweitet werden können. Zugleich unterstützt das Netzwerk das Saatguthaus von Terra Nova Mondai. Dadurch habe sich der Gemüsesaatgutanbau vervierfacht. Somit sei allerdings das bisher genutzte Kühlhaus zu klein geworden. Rinklin ruft sie Leser dazu auf, für einen Erweiterungsbau zu spenden. Zudem soll er mit Photovoltaikzellen ausgestattet werden, damit man auch das Kühlsystem ökologisch betreiben könne.

 

Das Hilfswerk entstand 1967 aus der damaligen missionarisch ausgerichteten „Ruferarbeit“ im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Vier bereits 1965 von den Rufern nach Brasilien ausgesandte „Missionare im Beruf“ schlossen sich in dem südbrasilianischen Ort Mondai (Bundesstaat Santa Catarina) zu einer Mannschaft zusammen, um dort Missionsarbeit und Gemeindeaufbau zu betreiben. Die Arbeit hat sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert.

 

1974 entstand in Deutschland ein Förderkreis unter dem Dach der Ruferarbeit. Seit 2002 ist der Unterstützerkreis als eigenständiger Verein registriert. Er sammelt jährlich zwischen 80.000 und 90.000 Euro für die Arbeit in Brasilien

Klaus Rösler
(12.04.2018)