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„Heimatgeber“ treffen sich in einer alten Schmiede

Ein neues Gemeindegründungsprojekt in Henningsdorf bei Berlin

Henningsdorf

Bereits während eines Theologiestudiums an der Theologischen Hochschule Elstal, das kurz vor dem Abschluss steht, hat Lukas Petschelt (25) in seiner Heimatstadt Hennigsdorf bei Berlin eine neue Gemeinde gegründet. Sie nennt sich „Heimatgeber“ und wurde inzwischen vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden als offizielles Gründungsprojekt akzeptiert. Einen Schwerpunkt legt Petschelt auf die Gottesdienstgestaltung: „Bei uns soll es immer etwas Kreatives geben. Mal ein Theaterstück, mal ein Video.“ Der Versammlungsort ist ungewöhnlich. Die neue Initiative trifft sich in der alten Schlosserei von Petschelts Großeltern.

 

Im Mittelpunkt aller Aktivitäten steht das Anlieger, Gemeinde als Erlebnisraum der Liebe Gottes erfahrbar zu machen. Dazu gehöre es, eine „neue“ Form von Familie zu bilden von Menschen, die sonst nicht zusammenkommen. Petschelt sagte der GEMEINDE: „Wir wollen eine Familie sein für Hennigsdorf.“ Den Glauben wolle man zudem miteinander so leben, dass er als gesellschaftsrelevant erkannt wird.

 

Die Märkische Oderzeitung hat die Arbeit in einem Bericht ausführlich vorgestellt. Petschelt stammt ursprünglich aus einer landeskirchlichen Gemeinschaft. Die große Bandbreite der Baptistengemeinden in Deutschland habe ihn aber davon überzeugt, Theologie bei den Baptisten zu studieren. Der Wunsch, selber eine Gemeinde zu gründen, sei in ihm während eines Missions-Praktikums in Brasilien geweckt worden.

 

Statt von einer Gemeindegründung spricht Petschelt gerne von einem Startup-Unternehmen. Dafür sucht er noch Großspender, räumt er freimütig ein. Statt einer Dividende sollen sie ein neues Heimatgefühl erleben: „Heimat, das kann das Gefühl sein, das man sich in einer Gemeinschaft so angenommen fühlt, wie man ist.“ Genau das will die junge, vor einem halben Jahr gegründete Gemeinde vermitteln.

 

Zum Gründungsteam gehören zehn Personen. Die Gottesdienste zählen rund 30 Besucher. Auch soziale Projekte liegen den „Heimatgebern“ am Herzen. So haben sie für den 19. Mai einen Spendenlauf durch die Stadt geplant. Das Geld soll den Bau von Brunnen in Afrika unterstützen. Petschelt: „Damit können wir zeigen, dass Hennigsdorf etwas gegen den Durst in der Welt tut.“

 

Rückendeckung erhält die neue Gemeinde von Pastor Klaus Schönberg (Waldeck), dem Referenten für Gemeindeneugründungen im Bund: „Die Gesellschaft hat sich verändert, und mit ihr die Kirche auch.“ Gerade in den neuen Bundesländern müssten neue Wege gegangen werden: „Ostdeutschland ist ein besonders schwer zu beackerndes Gebiet.“ Doch er ist davon überzeugt, dass die Offenheit der freikirchlichen Initiativen manchen interessiert, der von den großen Amtskirchen eher enttäuscht sei.

 

Klaus Rösler
(06.04.2018)