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Gelebter Glaube statt Dogmen

ACK Bayern befasste sich im dem charismatischen Christentum

Augsburg

Zu einer differenzierten Betrachtung des charismatischen Christentums innerhalb der Ökumene hat der frühere Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Siegfried Großmann (Seesen bei Hannover), aufgerufen. Charismatiker machten konfessionsübergreifend Erfahrungen mit dem Heiligen Geist. Das führe zu seiner starken Motivation für die Ökumene. Doch sich nur auf diese Erfahrungen zu beschränken, greife in der Ökumene zu kurz. Großmann: „Eine Geisterfahrung ohne Bekenntnis gibt es nicht“, sagte er als einer der Hauptreferenten auf der Delegiertenkonferenz der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Bayern vom 2. bis 3. Februar in Augsburg. Das Treffen mit rund 100 Teilnehmern stand unter dem Thema „Charismatisches Christentum“. Großmann verwies auf eigene Erfahrungen. Er gehörte als Mitarbeiter der Rufer-Bewegung zu den Mitbegründern des 1968 ins Leben gerufenen Lebenszentrums für die Einheit der Christen auf Schloss Craheim. Von dem Zentrum aus fasste die charismatische Bewegung in Deutschland Fuß. Großmann zufolge muss das charismatische Christentum in eine Kirche oder Freikirche eingebettet sein. Zudem macht er deutlich, dass sich eine charismatische Frömmigkeit nicht für Showeffekte – etwa spektakuläre Heilungsveranstaltungen – eigne: „Dauer ist wichtiger als Power.“

 

Der Leipziger Theologieprofessor Peter Zimmerling fasste die unterschiedlichen Facetten des charismatischen Christentums und der ihm nahestehenden Pfingstbewegung zusammen. So machte er deutlich, dass bei charismatischen Christen die Erfahrung im Zentrum stehe: „Gelebter Glaube, nicht Inhalte und Dogmen stehen im Fokus.“ Damit einher gehe in manchen Strömungen eine grundsätzlich kritische Haltung gegenüber Reflektion und Theologie. Zugleich übte er Kritik an den Volkskirchen: „Es genügt nicht, aus Tradition heraus einer Kirche anzugehören.“ Die traditionelle Gottesdienstkultur sei so sehr geordnet, „dass kein Geistesschwung mehr spürbar ist.“

 

Einige charismatische Gemeinden stellten sich in Seminaren vor: Vertreter der Charismatischen Erneuerung Augsburg, des Christuszentrums Augsburg, der International Christian Fellowship (ICF) München, der Pfingstgemeinde Augsburg und der Vineyard Gemeinde München.

 

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden war mit zwei Delegierten am Treffen beteiligt: durch Pastor Frank Wegen (Erlangen) und der Gemeindeleiterin Heike Mühlan (Schwabach).

 

Klaus Rösler
(09.02.2018)