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Andere Menschen nicht klein machen

Willow Creek Leitungskongress: Mehr als 12.000 Besucher in Dortmund

Dortmund

Leitende Mitarbeiter sollten Begriffe aus ihrem Wortschatz streichen, die „Menschen klein machen oder die einen Streit eskalieren lassen“. Dazu hat der Gründer der Willow Creek Community Church, Bill Hybels, auf dem Willow-Creek-Leitungskongress in Dortmund aufgerufen. Das gelte für alle Organisationen – Kirchen, Vereine und Firmen. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand der Wert des Respekts. Dieser sei besonders wichtig in einer Zeit, in der Debatten im Fernsehen und in den sozialen Medien zunehmend in Streit mündeten. Ausgehend von der Bibelstelle „Behandle alle Menschen mit Respekt“ (1. Petrus 2,17) gab Hybels Tipps für Christen in Leitungsverantwortung: „Leitende müssen darin Vorbild sein, sich nicht gegenseitig aufgrund verschiedener Meinungen zu dämonisieren.“ Sie sollten zudem nie das erste sagen, was ihnen in den Sinn kommt, sondern sich ihre Meinung sorgfältig bilden. Ziel müsse es sein, dass Menschen sich besser verstehen.

An dem Treffen nahmen über 12.000 Verantwortliche aus Kirchengemeinden teil, darunter über 2.000 Angehörige aus dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Ziel des Kongresses in Dortmund war es laut Hybels, die Besucher in ihrem christlichen Glauben zu stärken und ihnen dabei zu helfen, ihre Leitungsfähigkeit auszubauen. Denn: „Jeder gewinnt, wenn ein Leiter besser wird!“ 
 

Dass Menschen und Gemeinden von den Willow-Creek-Kongressen nachhaltig profitieren, erklärte Gary Schwämmlein, der internationale Leiter der Willow Creek Association. Studien in den USA hätten gezeigt, dass acht Prozent der ehemaligen Kongressbesucher ohne die Ermutigungen einer solchen Konferenz nicht im Dienst der Kirche geblieben wären.

Der Theologe Michael Herbst von der Universität Greifswald wies darauf hin, dass zahlreiche erfolgreiche Projekte in Deutschland auf Kongresse und Impulse von Willow Creek zurückgingen. Bei Willow gehe es nicht darum, „Ideen abzukupfern, sondern Inspiration zu bekommen“. Pfarrerin Anke Wiedekind (Cochem), Mitglied des Vorstands von Willow Creek Deutschland, empfahl Gemeinden, die Kongresse in Gruppen aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern zu besuchen. „In der Regel sind drei, vier neue Ideen bei einem Kongress dabei, die dann die Gemeindearbeit verändern“, sei ihre Erfahrung. In ihrer Gemeinde seien mehr als 300 Mitarbeiter aktiv.

40 Prozent der Tagungsteilnehmer gehören Freikirchen an, 32 Prozent einer evangelischen Landeskirche und zwei Prozent sind katholisch. Die übrigen machten keine Angaben.

 

Klaus Rösler
(09.02.2018)