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Wechsel an der idea-Spitze: Pankau folgt auf Matthies

Zuschuss-Kürzung der EKD führte zu einer breiten Solidaritätswelle

Wetzlar

An der Spitze der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) hat sich ein Generationenwechsel vollzogen: Matthias Pankau (41) ist am 1. Februar im Wetzlarer Dom als Nachfolger von Helmut Matthies (67) als idea-Leiter eingesegnet worden. Er hat das Amt bereits am 1. Januar angetreten. Die Festpredigt hielt der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Carsten Rentzing (Dresden). Er rief dazu auf, den Blick immer auf Jesus Christus zu richten. Dieser lasse einen bei allen Streitigkeiten und Auseinandersetzungen gelassen bleiben. Die Fürbitten sprachen der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses Ekkehart Vetter (Mülheim an der Ruhr), und der Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche für Deutschland, Anba Damian (Höxter).

In der anschließenden Festveranstaltung mit rund 350 Gästen – darunter der Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Christoph Stiba, und der Leiter des Oncken Verlages, Heinz Sager – blickte Matthies auf die vergangenen vier Jahrzehnte zurück: „Unser Herr hat uns immer wieder gesegnet und bewahrt.“ Pankau betonte bei der Staffelübergabe, dass idea auch in Zukunft Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft konstruktiv und kritisch begleiten werde.

Matthies fing im März 1977 bei idea an und stand von 1978 bis Ende 2017 an der idea-Spitze. Er baute den 1970 von Pastor Horst Marquardt – dem damaligen Direktor des Evangeliums-Rundfunks – gegründeten Nachrichtendienst von einem Betrieb mit vier Mitarbeitern zur idea-Gruppe mit rund 50 Beschäftigten aus. Das von ihm 1979 entwickelte  Wochenmagazin ideaSpektrum  ist heute als das auflagenstärkste evangelische Wochenmagazin im deutschsprachigen Europa. Matthies ist von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau als Pfarrer für den Dienst bei idea beurlaubt worden. Mit der Stabübergabe an Pankau übernahm er das ehrenamtliche Amt des Vorsitzenden des idea-Trägervereins.

Sein Nachfolger Pankau wuchs in Leipzig auf. Von 1995 bis 1997 absolvierte er sein Volontariat bei idea. Anschließend studierte er Evangelische Theologie in Heidelberg, Leipzig und Oberursel. Nach dem Vikariat baute er ab 2006 das idea-Redaktionsbüro Ost auf. 2008 wurde er zum Pfarrer im Ehrenamt der sächsischen Landeskirche ordiniert.

Zum Stabwechsel hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen Gruß geschickt. Er würdigte das Wirken von Matthies: „Sie haben idea zu einer publizistischen Institution gemacht, die inzwischen einen festen Platz in der konfessionellen Publizistik sowie in der deutschen Medienlandschaft insgesamt hat.“ Als bekennender Christ und streitbarer Journalist sei es Matthies stets ein Anliegen gewesen, dazu beizutragen, der christlichen Botschaft in den Medien einen größeren Stellenwert einzuräumen.

Matthies ging in seiner Abschiedsrede auf die Entscheidung der EKD-Synode vom November 2017 ein, idea als einzigem Werk einen seit Anfang der 80er Jahre gewährten jährlichen Zuschuss in Höhe von 132.000 Euro zu kürzen und ab 2020 ganz zu streichen. Zum Vergleich: Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) erhält in diesem Jahr rund 12 Millionen Euro von der EKD. Die Kürzung des Zuschusses für idea habe zu einer großen Welle der Solidarität geführt. idea habe anschließend so viele neue Abos wie nie in einem vierten Quartal erhalten und von rund 4.200 Einzelpersonen über eine Million Euro Spenden – im Vergleich zu 2016 ein Plus von 26 Prozent. Matthies: „Wir verdanken der letzten EKD-Synode damit die erfolgreichste Werbeaktion unserer Geschichte. Auf diese Weise machten wir die Erfahrung von Josef im Alten Testament: ‚Man gedachte uns nichts Gutes zu tun, aber Gott machte es gut’ (1. Mose 50,20).“

 

Klaus Rösler
(07.02.2018)