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„Jeder Mensch ohne Christus ist verloren“

Geistliche Gemeindeerneuerung für mehr Evangelisationen

Schmitten

„Jeder Mensch ohne Christus ist auf ewig verloren.“ Mit diesen Worten hat ein Baptistenpastor auf der Jahrestagung der (charismatischen) Geistlichen Gemeindeerneuerung (GGE) im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zu mehr Anstrengungen im Bereich Evangelisation aufgerufen. Wie Pastor Michael Schwarz (Schwäbisch Hall) den 130 Teilnehmern der Konferenz unter dem Motto „Brennpunkte dynamischer Entwicklung“ in Schmitten-Dorfweil sagte, ist in vielen Kirchengemeinden in Deutschland – auch in seinem Gemeindebund – kaum noch von Evangelisation die Rede. Viele hätten den Eindruck, dass der Ruf in die Nachfolge von Jesus Christus nicht mehr in die heutige Gesellschaft passe. Doch das sei noch nie der Fall gewesen. Bei der Evangelisation geht es nach den Worten von Schwarz um „nichts weniger als um Rettung – aus dem Feuer der Hölle“. Diese Botschaft sei zwar völlig intolerant etwa gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen, doch die Heilige Schrift sei an der Stelle eindeutig: „Wer Jesus nicht hat, hat das Leben nicht.“ (1. Johannes 5,12). Evangelisation sei auch deshalb dran, weil die Kirchen immer mehr Mitglieder verlieren. Diesen Trend dürfe man nicht schönreden.

 

Schwarz wies Einwände von Gegnern der Evangelisation zurück, mit denen er immer wieder konfrontiert werde. Da heiße es dann, dass das Thema gerade nicht dran sei, dass die Gemeinde erst nach innen wachsen müsse, bevor sie auf andere Menschen zugehen könne, oder dass es ihr um Qualität – geistliches Wachstum – statt um Quantität – neue Mitglieder – gehe. Dies seien alles nur Ausflüchte. Denn wer andere Menschen zum Glauben an Jesus Christus einlade und erlebe, dass diese Einladung erfolgreich sei, werde glücklich. Schwarz: „Evangelisation baut die Christen und die Gemeinde auf.”

 

Gegen Versuche, durch eigene Kraftanstrengungen möglichst gut vor Gott dazustehen, wandte sich Pastor Hartmut Grüger (Uplengen), der zum GGE-Leitungskreis gehört. Beten, Bibellesen, Jesus bezeugen, das sei zwar alles richtig, so Grüger. Doch bestehe die Gefahr, dass man sich dann für besser halte als andere Christen. Er unterstrich diese Aussage symbolisch, in dem er eine Stehleiter immer höher klettere. Doch dürfe man nicht vergessen, dass jeder Christ aus dunkle Seiten habe – wo es auch Glaubenszweifel gebe. Auch diese Bereiche gelte es in der Seelsorge zu bekennen. Ähnlich äußerte sich Pastorin Claudia Sokolis (Hamburg), ebenfalls vom GGE-Leitungskreis: „Wer sich seine Schwachheit leisten kann, ist ein starker Mensch.“ Es gelte heil zu sein – in enger Beziehung zu Christus zu leben.

 

GGE-Sprecher Stefan Vatter sagte gegenüber der GEMEINDE, dass man als Leitungskreis stärker auch junge Erwachsene in die Leitung einbinden wolle. Ferner unterstrich er die Bereitschaft, noch stärker mit anderen Erneuerungsbewegungen konfessionsübergreifend zusammenzuarbeiten. Vatter: „Das kindliche Vertrauen in das Wort Gottes ist ein Schlüssel für das morgen.“

 

Die GGE tritt für eine geistliche Erneuerung ein, die aus fünf Quellen gespeist wird: durch das Wort Gottes, den Geist Gottes, geheiligter Nachfolge, Evangelisationen sowie durch erneuerte Führungskräfte. Die Arbeit der GGE wird von einem etwa 1.200-köpfigen Freundeskreis unterstützt, dem etwa jeder vierte der rund 600 Pastoren und Pastorinnen der Freikirche angehört.

 

Klaus Rösler
(02.02.2018)