◄ KW1 KW2


Suchbegriff
Nachrichten in dieser Woche:

drucken Diese Nachrichten werden kostenlos von der OnckenStiftung zur Verfügung gestellt. Wenn Sie uns unterstützen wollen, können Sie das hier tun.

War Jesus Christus Analphabet?

Baptist kritisiert HR-Fernsehshow „Das große Bibelquiz“ – Sender bitte um Entschuldigung

Frankfurt am Main

Der Hessischen Rundfunk hat sich für die Ausstrahlung der Sendung „Das große Bibelquiz“ am 25. und 29. Dezember bei einem Kritiker entschuldigt: nämlich bei dem früheren Gemeindeleiter und jetzigen Ältesten der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Verden/Aller, Heinz Zündorf (Walsrode). Er hatte kritisiert, dass die 2011 erstmals ausgestrahlte Sendung „gravierende Fehler“ enthalte. So werde dort behauptet, dass Jesus Analphabet gewesen sei und sich der monotheistische Gott des Volkes Israel aus dem Fruchtbarkeitsgott der Vielgötterei gebildet habe. Eher eine Kleinigkeit sei es gewesen, dass statt von der Hochzeit zu Kana, bei der Jesus Christus Wasser in Wein verwandelte, von der Hochzeit zu Kanaan die Rede gewesen sei.

 

Wie Zündorf der GEMEINDE jetzt mitteilte,hätten die Mitarbeiter des Senders schriftlich eingeräumt, dass sich einige Zuschauer über den „weltlichen Interpretationsansatz zur Herleitung unserer heutigen Gottesvorstellung“ beschwert hätten. Der Sender: „Sicherlich haben Sie recht, dass der Titel Bibelquiz suggeriert, dass wir uns ausschließlich auf die Bibel als Quelle beziehen. Ein ethnologischer Ansatz ist in diesem Zusammenhang offenbar irreführend.“ Zündorf hatte sich bereits 2016 erstmals über die Sendung beschwert.

 

Bei dem Quiz handelte es sich um eine mehrfach ausgestrahlte Wiederholung. Unter der Moderation von Redakteur Jörg Bombach beantworten darin vier Prominente – der Schauspieler und Kabarettist Ottfried Fischer, die Sängerin Joy Fleming, die Schauspielerin Sibylle Nicolai und der Nachrichtensprecher Jan Hofer – Bibelfragen. Als Experten im Hintergrund wirken der Direktor des Frankfurter Bibelhaus Erlebnismuseums, Pfarrer Jürgen Schefzyk, und der katholische Stadtdekan der Mainmetropole, Johannes zu Eltz, mit.

 

Der Sender habe auf seine Einwände damals geantwortet, dass der Inhalt der Sendung in enger Absprache mit den beiden Experten erfolgt sei: „Wir orientierten uns dabei auch an Quellen, die über die Bibel hinausgingen.“ Zündorf habe sich daraufhin an die Experten gewandt. Mit Schefzyk habe er ein 40-minütiges Telefonat geführt, ohne allerdings in den kontroversen Fragen Einigkeit zu erzielen. Da van Eltz gar nicht reagiert habe, habe er sich an die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die apostolische Nuntiatur gewandt, die diplomatische Vertretung des Vatikans.

 

Von dort habe er von der Theologin Ilkamarina Kuhr eine ausführliche Antwort erhalten. Darin heißt es: „... Gott hat sich dem Volk Israel als „Jahwe“, der „Ich-bin-da“ geoffenbart und sein auserwähltes Volk beständig geführt. Die Initiative ging von Gott aus, die Menschen „haben ihn sich nicht gemacht“.“ Die These, dass Jesus Analphabet war, sei unverständlich und keinesfalls Teil der kirchlichen Tradition.

 

Ferner bedauert Zündorf, dass die Sendung weiter den Eindruck erwecke, die Prominenten spielten für einen guten Zweck. Doch wie der Hessische Rundfunk der GEMEINDE bestätigte, sei nur einmal ein Geldbetrag an den Verein „Children for a better World“ gezahlt worden. Nicht zuletzt bedauert Zündorf, dass eine der beteiligten Prominenten, die Sängerin Joy Fleming, im September 2017 verstorben sei. Zündorf plädiert deshalb für eine Neuauflage der Rateshow. Darauf ging der Sender in seiner Antwort nicht ein.

Klaus Rösler
(10.01.2018)