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Wo syrische Kinder „Stille Nacht“ anstimmten

Deutsch–arabische Weihnachten in der Gemeinde Lünen

Lünen

Über Weihnachten feierte die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Lünen erstmals zusammen mit einer Gruppe arabisch sprechender Christen einen Weihnachtsgottesdienst. Die Gruppe trifft sich seit zwei Jahren in dem Gemeindezentrum in Lünen. Die Zahl der Besucher des Gottesdienstes überstieg die Erwartungen: „Die Stühle reichen nicht,“ teilte Gemeindepastor Arno Schmidt der GEMEINDE mit. Immer wieder habe man Stühle nachgestellt. Am Ende seien es über 70 Besucher gewesen, wobei die Araber die Mehrheit stellten. Der Gottesdienst wurde von dem Leiter der arabischen Gruppe, Ghassan Haddad, auf Arabisch übersetzt. Eine Schülerin las Weihnachtsgeschichte auf Arabisch und anschließend auf Deutsch vor. Sie war im vergangenen Jahr in der Gemeinde getauft worden.

Eine Gruppe von 25 Flüchtlingskindern trug das Weihnachtslied „Stille Nacht“ auf Deutsch vor. Zwei zwölfjährige Jungen aus Syrien sagten Gedichte auf. Schmidt: „Wenn es so läuft, kann man nur staunen und feststellen: Da ist ein gutes Stück Integration gelungen.“ Die erwachsenen syrischen Geschwister trugen ein Weihnachtslied in ihrer Sprache vor. Die Übersetzung des Textes wurde auf die Leinwand projiziert. Völlig überrascht war Schmidt, als sich in der Fürbitte-Gebetsgemeinschaft auch Syrer teiligten. Dabei habe die Gemeinde gespürt, dass man trotz unterschiedlicher Sprachen innerlich verbunden sei.

 Den Abschluss bildete ein gemeinsames Mittagessen mit orientalischem Büfett. Schmidt: „Letztlich hat dieses Miteinander – auch von Jung und Alt – der ganzen Gemeinde gutgetan, die in ihren eigenen Reihen inzwischen nur noch wenige junge Geschwister zählt.“ Er habe den Eindruck gehabt, dass auch Gott hinter diesem Gottesdienst gestanden habe. Zudem habe er als Pastor eine neue Sicht darüber gewonnen, wie eine Gemeinde geistlich neu durchstarten könne, so Schmidt. Die Gemeinde Lünen hat 48 Mitglieder. 

 

Klaus Rösler
(05.01.2018)