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„Die Welt mit Gottes Augen sehen“

Freikirchen setzen sich für UN-Nachhaltigkeitsziele ein

Fulda/Wustermark

– Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat ihre zwölf Mitgliedsbünde und drei Gastmitglieder aufgerufen, die Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals/SDG) der Vereinten Nationen durch konkrete Schritte zu unterstützen.

 

Bei der UN-Generalversammlung 2015 hatten sich 193 Staaten auf 17 Ziele geeinigt. Darin werden alle Staaten aufgefordert, unter anderem die Armut zu bekämpfen und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Ein Leben in Würde sei für künftige Generationen nur möglich, wenn sich Konsumverhalten und Lebensstil in den Industrie- und Schwellenländern änderten. Gefordert werden unter anderem „Gesundheit für alle“, „Bildung für alle“, „Wasser und Toiletten für jeden“.

 

Dazu heißt es in der in Wustermark bei Berlin veröffentlichten VEF-Erklärung: „Unsere Hauptaufgabe sehen wir darin, das Evangelium von der Liebe Gottes in Wort und Tat zu den Menschen zu bringen.“ Neben der Einladung zum Glauben an Jesus Christus gehöre die Sorge um die Welt dazu. „Das Wohlergehen der Menschen ganzheitlich im Blick zu haben, ist unser Anliegen“, begründete der VEF-Präsident und Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Christoph Stiba (Wustermark), das Papier.

 

Um das zu erreichen, ist die VEF eine strategische Partnerschaft mit dem deutschen Zweig der weltweit tätigen evangelikalen Micha-Initiative eingegangen. Sie engagiert sich gegen extreme Armut und für globale Gerechtigkeit. In Deutschland wird die Initiative von mehr als 40 christlichen Hilfs- und Missionswerken unterstützt. Dazu gehört auch der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Der Name erinnert an die Mahnung des alttestamentlichen Propheten Micha: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Recht tun und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“ (Micha 6,8).

 

Bei der VEF-Mitgliederversammlung im nordhessischen Fuldatal sagte die Micha-Deutschland-Koordinatorin Stefanie Linner (Berlin), dass sich rund 3.150 Bibelstellen mit den Themen Gerechtigkeit und Armut beschäftigen: „Diese Stellen bilden einen durchgehenden Faden durch die Bibel.“ Der VEF-Beauftragte am Sitz der Bundesregierung, der Baptistenpastor Peter Jörgensen (Berlin), ergänzte: „Jesus selbst hatte ein von großer Liebe geprägtes Interesse an seinen Mitmenschen. Diesem Vorbild folgen wir.“ Micha Deutschland vermittle diese Anliegen ohne einen moralisch erhobenen Zeigefinger. Pastorin Doris Hege (Frankfurt am Main), die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden, erklärte, es gehe bei den Nachhaltigkeitszielen darum, „die Welt mit Gottes Augen zu sehen.“ In ihrer Erklärung ruft die VEF-Mitgliederversammlung die Freikirchen auf, diese Ziele in ihren Publikationen bekannt zu machen, ihnen in Bildungsangeboten einen festen Platz zu geben und sie in den Jugendwerken zu thematisieren. Die in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen zusammengeschlossenen Gemeindebünde haben gemeinsam rund 276.000 Mitglieder.

 

Klaus Rösler
(06.12.2017)