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Baptistische Gemeindegründungen vor neuen Herausforderungen

Durch das EBF-Programm sind bisher 220 Gemeindeinitiativen gefördert worden

Tiflis

Trotz vieler Erfolge in den letzten Jahren: Die Gründung neuer baptistischer Gemeinden im Osten Europas steht vor neuen Herausforderungen. Davon ist der Missionskoordinator der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF), Daniel Trusiewicz (Breslau), überzeugt. Es werde immer schwieriger, auf Interesse zu stoßen: „Wir brauchen mehr Kreativität und neue Methoden.“ Was alles geschieht, machte eine Konferenz vor kurzem in Tiflis in Georgien deutlich.

 

So haben die Baptisten in Litauen ein neues Ausbildungsprogramm speziell für Gemeindegründer gestartet, wie Missionsdirektor Kaspars Sterns berichtete. Gemeindegründer müssten neben ihrem eigentlichen Handwerkzeug auch teamfähig sein, Menschen begeistern können und lernen, Schwierigkeiten zu überwinden. Wenn der Ehemann oder die Ehefrau nicht auch einen Ruf in die Arbeit habe, sei eine Beschäftigung als Gemeindegründer nicht möglich.

 

In einem Bericht über die Tagung stellt Trusiewicz zahlreiche Projekte vor.

 

Um Kontakte zur Bevölkerung zu knüpfen, habe ein sechsköpfiges Team im lettischen Badeort Roja eine Metzgerei gestartet und beteilige sich am Stadtfest. Ziel der Metzgerei sei es, Arbeitenslosen eine Anstellung zu ermöglichen. Inzwischen hat sich das Gründungsteam mehr als verdoppelt.

 

In Eriwan in Armenien habe ein Gemeindegründer eine Initiative unter 13 Jesiden-Familien gestartet. Doch im Land lebten 60.000 jesidische Flüchtlinge. Die Tochtergemeinde einer klassischen Baptistengemeinde in Armenien erreiche nach zwei Jahren 50 Interessenten.

 

In Georgien habe ein Gemeindegründer vor zwei Jahren eine neue Gemeinde mit fünf Helfern gestartet. Heute hielten sich 25 Interessenten zu der Gemeinde.

 

In Moldawien erreicht ein Gemeindegründer in der Stadt Bardar nach vier Jahren rund 100 Einwohner – vor allem durch Sportcamps für Kinder und Jugendliche. Mit deren Eltern trifft er sich zu drei Bibelstudiengruppen.

 

In der Ukraine erreicht ein anderer Gemeindegründer in einem Vorort von Kiew 50 Teenager durch einen von ihm gegründeten Jugendclub. Eine parallel gestartete Gemeindeinitiative hat 35 Angehörige.

 

Wie Truciewicz der GEMEINDE sagte, hat er in diesem Jahr neu neue Gründungsinitiativen gestartet: in Georgien, Irak, Jordanien, zwei in Lettland, zwei in der Türkei, in Russland und der Ukraine. Zwölf Projekte hätten einen Antrag auf Förderung gestellt. Die entsprechenden Gemeinden werden fünf Jahre lang gefördert, wobei die Unterstützung immer weiter reduziert wird. Insgesamt befinden sich gegenwärtig 50 Projekte in der Förderung. Inzwischen wurden in den vergangenen 15 Jahren rund 220 Gemeinden unterstützt, durch die 11.000 Menschen Christen geworden seien. Viele Tausend seien darüber hinaus mit dem Evangelium erreicht worden. In der EBF sind 54 Baptistenbünde in Europa und dem Nahen Osten zusammengeschlossen, die 826.000 Mitglieder repräsentierten. Als EBF-Generalsekretär amtiert der Brite Tony Peck

Klaus Rösler
(10.11.2017)