drucken Diese Nachrichten werden kostenlos von der OnckenStiftung zur Verfügung gestellt. Wenn Sie uns unterstützen wollen, können Sie das hier tun.

Nach dem Attentat: Wie geht es weiter mit der Baptistengemeinde?

Gemeindepastor Pomeroy setzt seine Hoffnung auf den auferstandenen Christus

Sutherland Springs/Wiesbaden

– Die Baptistengemeinde von Sutherland Springs im US-Bundesstaat Texas wird auch nach dem Amoklauf vom 5. November mit 26 Toten ihre geistlichen Angebote im Ort aufrechterhalten. Davon ist der Pastor der Immanuel Baptist Church (Immanuel Baptistengemeinde) in Wiesbaden, Nick Howard, überzeugt. Er stammt selbst aus Texas und ist in einem ähnlich kleinen Ort mit unter 1.000 Einwohnern aufgewachsen. „In jedem dieser Dörfer gibt es eine Erste Baptistengemeinde“, sagte Howard der GEMEINDE. Diese Gemeinden seien Auflaufstelle und Kontaktbörse auch für Bewohner, die keine Kirchenmitglieder seien. „Man kennt einander und hält in der Not zusammen.“ In Sutherland Springs leide nun der ganze Ort. Da Pastor Frank Pomeroy nicht unter den Opfern sei, werde er es als seine Aufgabe ansehen, den Menschen beizustehen und sie darauf hinzuweisen, dass es echten Trost nur bei Gott gebe. Zugleich werde Pomeroy den Zusammenhalt des Ortes selber brauchen, da seine Tochter Annabelle (14) unter den Toten ist. Nach den Worten von Howard sind Geistliche der Südlichen Baptisten für ihre missionarische Gesinnung bekannt. Das gelte auch für Pomeroy. Er habe bereits gegenüber den US-Medien erklärt, dass er seine Hoffnung auf Jesus Christus setze, „der von den Toten auferstanden ist“. Howard: „Pomeroy hat derzeit die größte Kanzel in den USA.“ 

 

Unterdessen überlegen viele Kirchengemeinden in den USA, wie sie die Sicherheit ihrer Gottesdienste erhöhen können. Wie dazu der Missionsreferent der Cooperative Baptist Fellowship, Pastor Jim Smith (Atlanta/Bundesstaat Georgia), idea sagte, kursieren vor allem auf Facebook zahlreiche Vorschläge. So sollten die Begrüßungsteams an den Eingangstüren geschult werden, um einschätzen zu können, ob von ihnen nicht bekannten Besuchern eine Gefahr ausgehen könne. Andere Gemeinden hätten ihre Begrüßungsteams ermutigt, offen ihre Waffen zu tragen, um potenziellen Angreifern zu signalisieren, dass sie mit Gegenwehr rechnen müssten. Ein Pastor habe seine Gemeindemitglieder aufgefordert, beim Beten nicht mehr die Augen zu schließen, um bei Gefahr schnell weglaufen zu können. Nur ein Pastor aus der ersten Baptistengemeinde in Austin (Texas), Griff Martin, habe gefordert, dem Ruf nach immer mehr Waffen zu widerstehen und stattdessen als „Friedensstifter“ ohne Waffen tätig zu werden. Martin hatte auf den Bibeltext im Alten Testament (Micha 1,1-4) verwiesen, wonach Schwerter zu Pflugscharen umgewandelt werden sollten. Nach Worten von Smith wird es absolute Sicherheit im Gottesdienst nicht geben können: „Der Tod fährt in unserer Gesellschaft immer mit. Deshalb ist für uns Christen die Verheißung auf den Himmel etwas Schönes.“ Die Cooperative Baptist Fellowship hat sich 1991 von den Südlichen Baptisten getrennt. Ihre Mitglieder wollten den immer engeren theologisch konservativen Kurs ihrer Kirche nicht mittragen. Heute vertritt die Gemeinschaft 1.900 Gemeinden mit 700.000 Mitgliedern in den USA. 

Klaus Rösler
(08.11.2017)