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Niemand darf ausgegrenzt werden!

Jahrestreffen der Mitarbeiter freikirchlicher Kindertagessstätten

Wustermark

Wenn in einer Evangelisch-Freikirchlichen Kindertagesstätte nur deutsch gesprochen wird, wird dann die Sprache von anderssprachigen Kindern nicht automatisch abgewertet? Andererseits ist die Förderung der deutschen Sprache eine Voraussetzung für gelingende Inklusion. Mit diesen Fragen und Herausforderungen befassten sich die 50 Teilnehmer der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Evangelisch-Freikirchlicher Kindertagesstätten in Wustermark-Elstal (bei Berlin). Wie kann das Problem gelöst werden? Etwa dadurch, Mehrsprachigkeit wertzuschätzen. So seien im Morgenkreis eine Begrüßung und Lieder in mehreren Sprachen durchaus empfehlenswert, hieß es bei dem Treffen unter dem Motto „Vorurteilsbewusste Erziehung“.

 

Anregungen gaben zwei Referentinnen von der Fachstelle Kinderwelt für vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung aus Berlin, Nuran Ayten und Nele Kontzi. Eine solche Erziehung sei immer zugleich auch ein Einsatz für Inklusion und Bildungsgerechtigkeit, sagten sie. Es gehe darum, keinen auszugrenzen oder herabzuwürdigen. Daraus ergäben sich vier Ziele für die Arbeit: Alle Kinder müssen in ihrer Identität gestärkt werden; ihnen müssten Erfahrungen mit Vielfalt ermöglicht werden; kritisches Denken über Gerechtigkeit und Fairness sollte gefördert werden; nicht zuletzt müsse man gegen Unrecht und Diskriminierung aktiv werden.

 

Wie die Diakonin Gabriele Löding (Lüneburg) und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft mitteilte, gehören 47 Einrichtungen dazu. Zwei Einrichtungen wurden neu aufgenommen (Krippe Spatz/Braunschweig und Auenland/Neustadt), eine erklärte ihren Austritt (Schatzinsel/Berlin). Insgesamt würden über 3.000 Kinder von etwa 500 pädagogischen Mitarbeiterinnen betreut.

 

Auch die biblischen Geschichten kamen auf dem Treffen nicht zu kurz. Da ging es um die alttestamentliche Frau Hagar, um den Barmherzigen Samariter und um die Berufung von Levi. Den Teilnehmerinnen sei deutlich geworden, „dass Gottes Liebe allen Menschen gilt“. Auch Jesus Christus habe sich bewusst gegen Unrecht und Diskriminierungen gewandt und Menschen in ihrer Vielfalt, Andersartigkeit und Fremdheit angenommen.

 

Die Arbeitsgemeinschaft überarbeitete ihr Leitbild. Löding: „Jetzt wird deutlicher, was eine christliche Kita ausmacht.“ Durch christliche Inhalte und Rituale wollen man den Kindern vermitteln, dass Gott jeden Menschen liebt. Die Arbeitsgemeinschaft wird im kommenden Jahr 20 Jahre alt.

 

Klaus Rösler
(05.10.2017)