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Mehr Platz für Gespräche, Sachspenden und das Ausfüllen von Formularen

Gemeinde Gelsenkirchen-Buer: Der Help-Laden für Flüchtlinge bezieht neue Räume

Gelsenkirchen

Schnell bei geflüchteten Menschen herumgesprochen hat sich die neue Adresse des Help-Ladens Buer in Gelsenkirchen. Das ökumenische Projekt bezog im Juli neue und größere Räume. Seit den Anfängen 2015 arbeitet auch die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Gelsenkirchen-Buer mit. „Nachdem wir fast zwei Jahre lang in einem sehr kleinen Raum die Arbeit bewältigen mussten, freuen wir uns nun über neue Räumlichkeiten in einem katholischen Gemeindehaus mit deutlich mehr Platz“, berichtet Mitarbeiter und Gemeindemitglied Roland Orlowski. In den alten Räumen, einer ehemaligen Sakristei einer evangelischen Kirche, sei nur Platz für zwei hilfesuchende Menschen gewesen. Bei gutem Wetter und größerem Andrang hätten die Gespräche draußen vor der Tür stattfinden müssen. Drei Gemeindemitglieder arbeiten regelmäßig im ehrenamtlichen Help-Laden-Team von 15 Personen mit und viele andere aus der Gemeinde unterstützen die Arbeit.

An drei Tagen in der Woche kommen durchschnittlich zwischen fünf und zehn Personen während der zweistündigen Öffnungszeit. Jede Art von Hilfeleistung werde benötigt, die Suche nach einer Wohnung, Möbel für deren Einrichtung, Ausfüllen von Fragebögen und Anträgen, Schreiben an Inkassounternehmen mit der Bitte um Ratenzahlung, Antworten auf die Frage: „Was kann ich tun, wenn mein Asylantrag abgelehnt wurde?“ Immer wieder sei auch die Mithilfe der Gemeinde gefragt: Möbel, Elektrogeräte und Haushaltsgegenstände werden durch den Help-Laden von den Spendern, oft aus der Gemeinde, zum Empfänger vermittelt.

„Den Weg in die Gemeinde fanden bisher nur wenige Flüchtlinge, aber das ist auch nicht unser Hauptziel. Wir freuen uns genauso darüber, wenn die Menschen den Weg in andere Kirchen finden. Einige bekannte Gesichter aus dem Help-Laden sieht man im wöchentlich in der Gemeinde stattfindenden Sprachkurs oder in der Fahrradwerkstatt, die ebenfalls wöchentlich öffnet und maßgeblich von unseren Mitarbeitern getragen wird“, freut sich Roland Orlowski. Und er fügt hinzu: „Mittlerweile ist der Laden vielen ein Begriff und längst zu einer Institution geworden.“

Als 2015 immer mehr Flüchtlinge in die Stadt kamen, wollten die christlichen Kirchen gemeinsam den Flüchtlingen helfend zur Seite zu stehen. Es sollte eine Anlaufstelle für Menschen entstehen, die dringend Unterstützung brauchten. In Kooperation mit der Task-Force Flüchtlingshilfe Gelsenkirchen e.V. wurde der erste Help-Laden in Gelsenkirchen-Buer gegründet.

 

Nicola Bourdon
(09.08.2017)