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Zwieback, Druckerpresse und eine Stadtführung

Reformationsausstellung in Waldshut: Wenige Besucher, aber Mut zur Mission

Waldshut

Was Zwieback mit der Reformation zu tun hat, lernten die rund 40 Besucher der Reformationsausstellung in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Waldshut. Vom 16. bis 23. Juli 17 bot die Internationale Gemeinde täglich eine offene Kirchentür mit der Ausstellung des Dienstbereichs Mission: „Reformation – #da geht was!“. Im Eröffnungsgottesdienst wurde Zwieback verkostet, der unter dem Einfluss der Reformation für niederländische Seefahrer des 15. Jahrhunderts erfunden wurde. Da die Gemeinde sich „Balthasar-Hubmaier-Kirche“ nennt, wurde die Ausstellung durch ein zusätzliches Rollup „Reformation in Waldshut – Balthasar Hubmaier“ ergänzt. Denn der Täufer Hubmaier wirkte zur Reformationszeit von 1521 bis 1525 in Waldshut. Eine Stadtführerin, die Mitglied der Gemeinde ist, bot ergänzend zur Ausstellung zwei historische Hubmaier-Stadtführungen an.

„Das Gotteswort läuft seit der Reformation schneller“, sagte Pastor Siegfried Rosemann im Hinblick auf den Nachbau einer historischen Gutenberg-Druckerpresse in der Ausstellung. Einige Gäste druckten selbst einen Bibelvers und staunten über die Hintergründe und die Bedeutung dieser wohl wichtigsten Erfindung der Neuzeit, so Rosemann weiter. „So ergaben sich interessante Anknüpfungspunkte zum Gespräch über die Bibel und den eigenen Zugang zu ihr“, freut sich der Pastor. Außerdem wurden unterschiedliche Bibeln gezeigt, darunter die kleinste der Welt in der Größe eines Fingernagels. Neben dem Reformator Martin Luther wurde auch an den baptistischen Bürgerrechtler Pastor Dr. Martin Luther King (1929-1968) erinnert.

Enttäuscht war die Gemeinde von der Besucherzahl: „Die Hoffnung, insbesondere auch Schulklassen für einen Besuch der Ausstellung gewinnen zu können, erwies sich als Fehleinschätzung. Kurz vor den Ferien war die Zeit in den Schulen durch andere Termine und Aktionen blockiert. Auch das allgemeine Besucherinteresse blieb trotz guter Werbung und Berichterstattung durch die Presse ernüchternd. Lediglich der Eröffnungs- und Abschlussgottesdienst waren gut besucht“, berichtet Rosemann. „Aber den Mut, das Reformationsjahr als bewusste Chance zum Gespräch mit den Mitmenschen zu nutzen, nahm uns das nicht“, sagt der Pastor abschließend. Schon im Herbst plant die Gemeinde eine neue Aktion des Dienstbereichs Mission: das „Jesusabenteuer“.

Der Gedanke, eigene Angebote zum Jubiläumsjahr der Reformation beizutragen, entstand nach einer Predigtreihe im Herbst vergangenen Jahres. Anknüpfend an „Das Buch der Mitte. Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur“ von Vishal Mangalwadi hatte der Pastor in mehreren Predigten die prägende Kraft der Bibel und der Reformation für unsere Kultur aufgezeigt. Das wollte die Gemeinde mit ihren Mitmenschen kommunizieren.

 

Nicola Bourdon
(04.08.2017)