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Warum Vergebung so wichtig ist

Christoph Stiba sprach beim „Berliner Fest der Kirchen“

Berlin

Der Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Christoph Stiba (Wustermark bei Berlin), hat Christen dazu ermutigt, sich stärker mit dem Thema Vergebung auseinanderzusetzen. Er sprach in einem ökumenischen Gottesdienst beim „Berliner Fest der Kirchen“ am 8. September. Die Veranstaltung auf dem Alexanderplatz stand unter dem Motto „Aus Freude am Glauben“. Die Vergebung sei das Herzstück der Gemeinde Jesu, so Stiba: „Wie könnten wir Christen glaubwürdig sein, wenn das Herzstück des Evangeliums und das Herzensanliegen Gottes nicht unser Handeln prägen?“ Unversöhnlichkeit mache Gemeinden und Kirchen unglaubwürdig. Sie müssten aus dem Teufelskreis von Schuldigwerden und Rechthaberei herauskommen: „Nötig ist, dass wir aufhören, darauf zu warten, dass der andere den ersten Schritt tut.“ Die Bitte im Vaterunser – „Vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“ (Matthäus 6, 12) – sei eine Herausforderung. Sie bedeute beispielsweise, nicht über Schuld zu klagen: „Ich rede nicht über mein gutes Recht und klage es nicht ein. Ich warte nicht, dass ein anderer den ersten Schritt geht. Ich gehe. Ich gebe. Ich vergebe, wie Gott mir vergibt.“

 

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge (Berlin), rief dazu auf, mutig zu den eigenen Überzeugungen zu stehen: „Je stärker ich mich gehalten und getragen fühle, desto freier bin ich zum Mutig sein. Je mehr ich mich geliebt weiß, desto aufrechter kann ich zu dem stehen, wovon ich überzeugt bin.“ Die Apostelgeschichte erzähle davon, wie die Jünger Jesu mutig wurden. Nachdem Jesus gestorben sei, habe sie der Mut verlassen. Eines Tages hätten sie eine gewaltige Energie erlebt, so Dröge: „Ein mutiger Geist setzte sich wie Feuerflammen auf ihre Köpfe.“ Dann seien sie nach draußen zu den Menschen gegangen, so Dröge: „Sie erzählten von Jesus, seiner Kraft, seiner Liebe zu allen Menschen und seiner Vision von einer Welt in Frieden und Gerechtigkeit.“

 

An dem Fest wirkte auch der Berliner Baptistenpastor Hendrik Kissel mit. Der Landesverband Berlin-Brandenburg sowie das regionale Gemeindejugendwerk waren mit einem Infostand, einem XXL-Kicker und einem Fotostand mit den Figuren von Martin Luther King und Papst Franziskus vertreten.

 

Das „Berliner Fest der Kirchen“ fand zum fünften Mal statt. Veranstalter ist der Ökumenische Rat Berlin-Brandenburg, dem über 30 Gemeinden und Kirchen angehören. Den Abschluss bildete in diesem Jahr ein Konzert mit Sängern der Berliner Hillsong-Gemeinde. Hillsong ist eine von Australien ausgehende Gemeindebewegung, die durch ihre Anbetungsmusik bekannt geworden ist. Beim „Berliner Fest der Kirchen“ trat Hillsong zum ersten Mal auf.

 

Klaus Rösler
(17.09.2018)