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Worms: Luther als Ampelmännchen

Baptistenpastor wirkte an einem ökumenischen Gottesdienst mit

Worms

Einen geistlichen Höhepunkt beim diesjährigen Rheinland-Pfalz-Tag in Worms bildete ein ökumenischer Gottesdienst im Dom. Dabei wirkte auch der Pastor der Baptistengemeinde in Worms, Dirk Zobel, mit. Er wirkte an der Liturgie mit, sagte er der GEMEINDE. Die Gemeinde Worms hat 185 Mitglieder.

 

Die stellvertretende hessen-nassauische Kirchenpräsidentin, Ulrike Scherf (Darmstadt), sagte in ihrer Predigt, Christen seien „in die Welt gesandt, nicht allein ins stille Kämmerlein“. Sie müssten Menschen aufsuchen, die Hilfe brauchen. Der katholische Mainzer Bischof Peter Kohlgraf predigte über Wagemut: „Wagemutig sein heißt, auf Gott setzen.“ Knapp ein Drittel des Gebietes der hessen-nassauischen Kirche liegt in Rheinland-Pfalz.

 

Anlass für das Fest in Worms war das 1000-jährige Jubiläum des Doms sowie das 150-jährigen Jubiläum des Reformationsdenkmals. Es erinnert an den Auftritt des Reformators Martin Luther (1483–1546) 1521 vor dem Reichstag in Worms. Damals sollte Luther dort seine Lehren widerrufen, hielt aber an ihnen fest. Die hessen-nassauische Kirche hatte zum Jubiläum das Denkmal mit einer Multi-Media-Aufführung neu in Szene gesetzt. Für die Inszenierung hatte die Kirche den Komponisten, Klangdesigner und Regisseur Parviz Mir-Ali (Frankfurt am Main) gewonnen. Nach Worten des evangelischen Projektleiters Fabian Vogt (Darmstadt) ist das Konzept voll aufgegangen: „Wir wollten die weltbewegenden Ereignisse von Worms kreativ, lebendig, zeitgemäß und verständlich neu in Szene setzen. Genau das kam beim Publikum an. Wir mussten sogar Sondervorstellungen geben.“ 7.000 Interessenten verfolgten die Shows.

 

Darüber hinaus gab es eine weitere Kunstinstallation der hessen-nassauischen Kirche, die deutschlandweit für Schlagzeilen sorgte: Am Lutherplatz war der Umriss des Reformators an vier Ampeln eines Fußgängerüberwegs als „Ampelmännchen“ zu sehen. In Worms soll Luther die Sätze gesagt haben: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“ Der hessen-nassauische Kommunikationsexperte, Pfarrer Jeffrey Myers (Darmstadt), sagte, dass viele Wormser Bürger vom stehenden und gehenden Ampel-Luther begeistert seien. Man hoffe nun, dass der leuchtende Reformator in rot und grün bis zum 500. Jubiläum des Reichstags im Jahr 2021 bleiben dürfe.

 

Klaus Rösler
(15.06.2018)