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Offenes Essen für alle in Bremen

Zellgemeinde bewirtete auf dem Bahnhofsvorplatz mit anderen Initiativen rund 400 Menschen

Bremen

– Besonders symbolisch aus christlicher Sicht war am 14. August jährlich stattfindende „Community Dinner“ (Öffentliches Essen) auf dem Bahnhofsvorplatz in Bremen. „Es war fast wie ein ‚weltliches Abendmahl‘“, heißt es im Bericht der Evangelisch-Freikirchlichen Zellgemeinde Bremen. Sie engagiert sich seit Beginn des Projektes vor fünf Jahren mit jeweils bis zu zehn Mitarbeitern. Diesmal war der Bahnhofsplatz eine laute und staubige Großbaustelle. „Ebenso kam Jesus in diese schmutzige, gehetzte und laute Welt“, heißt es weiter im Bericht. Die Tische für die rund 400 Leute mussten enger als sonst zwischen Taxistand und Eingangsbereich aufgebaut werden: „Da saßen wir nun zwischen Baustellenzaun, Straßenlärm und gehetzter Bahnhofsatmosphäre.“ In aller Ruhe wurde Kaffee getrunken, geklönt und die Folk-Band genossen. Es kamen Passanten, Durchreisende, Leute von der Straße, Migranten und Familien mit kleinen Kindern.

Freiwillige Helfer schnippelten das gespendete Gemüse. Unter Anleitung eines bekannten Bremer Kochs wurde dieses dann live vor den Augen aller in der Feldküche der Reservisten zubereitet. Nachmittags gab es leckeren Butterkuchen und nonstop Kaffee, abends Sauerkrautgulasch und Thaicurry mit Fisch. Jedes Jahr wird etwas anderes gekocht. Damit das Ganze gelingt, engagieren sich verschiedene Initiativen. Die Hauptarbeit wird von den „Suppenengeln“ getragen, einer mobilen Küche für Leute von der Straße.

Die Idee ist international unter dem Namen „Community Dinner" bekannt. Es geht darum, öffentliche Plätze anders zu definieren und fremde Menschen um Tische zu versammeln. Denn beim Essen lasse es sich leichter ins Gespräch kommen und soziale Barrieren abbauen. Die Gemeinde hat für ihr soziales Engagement in der Stadt den Verein „Serve the city“ (Diene der Stadt) gegründet, in der sich 50 Freiwillige engagieren. Schirmherrin ist die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport, Anja Stahmann (Bündnis 90/Die Grünen).

Nicola Bourdon
(18.08.2017)