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Gegen sexualisierte Gewalt im Kongo

Friedensnobelpreisträger Mukwege startet Unterschriftenaktion

Berlin

In der Demokratischen Republik Kongo wird sexualisierte Gewalt gegen Frauen als Kriegswaffe eingesetzt, um den Zusammenhalt von Familien und der Gesellschaft zu zerstören. Die Gewalt wird durch den Kampf um Rohstoffe vorangetrieben, die für die Produktion von Mobiltelefonen und Batterien genutzt werden. Darauf hat jetzt der aus dem Land stammende Friedensnobelpreisträger und christliche Arzt Dénis Mukwege hingewiesen, der sich für die Gesundheit und Rechte der Frauen im Kongo einsetzt. Mit einer Resolution ruft er die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, sich für ein Ende der Gewalt und der Straflosigkeit im Kongo und für eine faire Rohstoffbeschaffung einzusetzen. Das Deutsche Institut für Ärztliche Mission (Difäm) in Tübingen und das Hilfswerk Brot für die Welt (Berlin) rufen zur Unterzeichnung der Resolution auf. Beide fördern die medizinische und menschenrechtliche Arbeit von Dénis Mukwege im Kongo.

 

Eine Ursache der Gewalt im Kongo ist der Kampf um wertvolle Rohstoffe. Unter anderem werden Coltan und Kobalt für die Produktion von Mobiltelefonen und Batterien für den deutschen und europäischen Markt genutzt. „Elektromobilität und Digitalisierung dürfen niemals auf Kinderarbeit, Vergewaltigung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufbauen“, so Mukwege. In den vergangenen 20 Jahren hat der Arzt im Panzi-Krankenhaus in Bukavu zehntausende Mädchen und Frauen behandelt, die vergewaltigt wurden. Das Projekt ist auch unter Baptisten bekannt. So wird es unter anderem von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Mönchengladbach unterstützt. Unterschriftenlisten für die Resolution können bei Difäm im Internet heruntergeladen werden.

 

Klaus Rösler
(12.07.2019)