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Aus dem Glauben heraus aktiv

Christoph Stiba zieht positive Bilanz des Kirchentags in Dortmund

Dortmund

- Gibt man das Stichwort „Baptist“ auf der Internetseite des Deutschen Evangelischen Kirchentages ein, landet man vier Treffer: Erwähnt wird der US-Bürgerrechtler Martin Luther King (1929-1968), das Musical über ihn, das auf dem Protestantentreffen mit 137.000 Teilnehmern aufgeführt wurde; dafür hat der Baptistenpastor Andreas Malessa (Hochdorf bei Stuttgart) den Text geschrieben. Ferner wird Pastor Andi Balsam (Essen) erwähnt, der in einer Videoeinspielung daran erinnert, dass King Baptist war und dass man am Stand seiner Freikirche auf dem Markt der Möglichkeiten Träume der Besucher für eine bessere Gesellschaft sammele – an Anspielung an Kings berühmten Ausspruch: „I have a dream.“

 

Natürlich waren auch Baptisten unter den Besuchern und einige unter den Mitwirkenden. Positiv über das Treffen unter dem Motto „Was für ein Vertrauen“ mit fast 2.400 Einzelveranstaltungen äußerte sich Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Pastor Christoph Stiba (Wustermark bei Berlin). Es sei ein ermutigendes Signal in die Gesellschaft hinein, dass beim Kirchentag Menschen zusammenkämen, die sich aus ihrem Glauben heraus für Anliegen einsetzten, sagte er auf Anfrage der GEMEINDE. „Bei der großen inhaltlichen Bandbreite findet sich selbstverständlich niemand in allen Veranstaltungen wieder.“ Doch es gebe „eine Fülle an starken Impulsen“. So habe der Journalist Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung in seinem Vortrag unter der Überschrift „Ängstigt euch nicht!“ dazu eingeladen, gesellschaftlichen Herausforderungen mit der Zuversicht zu begegnen, die aus dem Evangelium komme. „Sehr angesprochen“ habe ihn auch, so Stiba, wie der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), Christus als die Mitte des christlichen Glaubens verkündigt habe.

 

Kritischer fiel die Bilanz von Frank Uphoff aus (Velbert), Vizepräses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP). Schon der von ihm besuchte Eröffnungsgottesdienst sei „leicht ernüchternd“ gewesen. Im Gebet sei „Gott Grünkraft und Wegbereiterin“ angerufen worden. Ferner seien „Ehe für alle“, Klimaschutz und Missbrauch thematisiert sowie „viel Politisches“ gesagt worden, aber wenig über Jesus Christus. Dennoch habe sich der Besuch gelohnt. Er verwies auf den „Christustag“, der im Programm integriert war: „Dort und dem ‚Forum Vertrauen‘ erlebte ich, wie die klare Christus-Botschaft präsent war, dazu persönliche, geistlich-gehaltvolle Segnung, Lobpreis, tiefgehendes Bibelstudium.“ Uphoffs Fazit: „Insgesamt zu viel Politik, zu wenig Jesus Christus selbst.“ Sein Rat: „Kirchentag, habe den Mut, klar zu sein, was in Bezug auf Christus geht – und was nicht! In Bezug auf die AfD hast du den Mut ja auch gehabt.“ Damit ging Uphoff auf die Entscheidung des Kirchentags ein, keine AfD-Vertreter bei Kirchentagsveranstaltungen zuzulassen.

 

Der Leiter des Instituts für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste der westfälischen Kirche, Pfarrer Ingo Neserke (Dortmund), nannte den Christustag auf dem Kirchentag ein bewegendes Zeugnis des Glaubens. Besonders beeindruckend sei das Bekenntnis eines pakistanischen Flüchtlings gewesen, der als Sänger im Martin-Luther-Musical die lebensverändernde Kraft des Glaubens an Jesu Christus kennenlernte und sich taufen ließ. Eine weitere Sängerin habe berichtet, dass sie durch die Proben zum Chormusical den Mut fand, einer farbigen Frau beizustehen, die im Bus rassistisch angefeindet worden sei. Beide Glaubensberichte hätten für „Gänsehautmomente“ unter den insgesamt 3.500 Besuchern gesorgt, so Neserke. Er gehörte zum Vorbereitungskreis des Christustages.

 

Klaus Rösler
(28.06.2019)