drucken Diese Nachrichten werden kostenlos von der OnckenStiftung zur Verfügung gestellt. Wenn Sie uns unterstützen wollen, können Sie das hier tun.

Wenn nur noch der Fernseher bleibt

Kampagne in Großbritannien: „Reden wir über Einsamkeit"

London

In Großbritannien hat die Regierung die Kampagne „Reden wir über Einsamkeit“ gestartet. Die Kirchen werden aufgefordert, sich daran zu beteiligen, berichtet das Online-Magazin „Baptist Times“. Die Kampagne soll eine öffentliche Debatte über die Einsamkeit anregen. Die Zahlen sind alarmierend. Mehr als neun Millionen Menschen aller Altersgruppen in Großbritannien geben an, dass sie sich „immer“ oder „oft“ einsam fühlen. Über 50 Prozent der 75-Jährigen, die allein leben, sind Studien zufolge einem erhöhten Risiko ausgesetzt, zu vereinsamen. Für 3,9 Millionen älterer Menschen ist der Fernseher das Mittel der Wahl, um sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Wie es heißt, gilt Großbritannien als das Land Europas, in dem die Menschen am einsamsten sind.

 

Jeremy Sharpe (Reading), Direktor des Hilfswerks Linking Lives (Leben verbinden), ist Vorsitzender des neuen Dachverbandes „Christians Together Against Loneliness“ (Christen gemeinsam gegen Einsamkeit). Dazu haben sich zehn christliche Organisationen zusammengeschlossen. Er verweist auf die Bibel. Sie lehre, „dass wir uns um alle Menschen am Rande der Gesellschaft kümmern müssen“. Einsame Menschen habe man aber oft nicht im Blick, da sie kaum Kontakte nach außen hätten: Sie zu identifizieren, sei die größte Herausforderung. Sharpe: „Insbesondere in ländlichen Gebieten sind Kirchengebäude häufig die einzigen Treffpunkte.“ Wer da nicht hingehe, habe oft keine Kontakte. Wie es heißt, können sich Kirchen und christliche Organisationen an der Kampagne beteiligen, indem sie bestehende Gruppen, Vereine oder Aktivitäten auf lokaler Ebene einbinden und Werbung dafür machen. Sharpe: „Wir möchten alle Kirchen und Christen ermutigen, mindestens eine Möglichkeit in Betracht zu ziehen, wie sie sich auf dieses Schlüsselproblem unserer Zeit einlassen können.“

 

Klaus Rösler
(28.06.2019)