drucken Diese Nachrichten werden kostenlos von der OnckenStiftung zur Verfügung gestellt. Wenn Sie uns unterstützen wollen, können Sie das hier tun.

Weihnachten im neuen Bauwagen

Christliche Drogenarbeit NEUES LAND: Christmas in the City 2018

Hannover
Ein weihnachtlich geschmückter, warmer Raum direkt am Bahnhof unter der Raschplatzhochbrücke in Hannover. Es duftet nach Kaffee. Tische und Stühle für 50 Personen stehen bereit. Am 11. Dezember 2018 eröffnete der neue Bauwagen der christlichen Drogenarbeit Neues Land (Hannover). „In der Drogenszene von Hannover sprach sich das schnell herum. Das Drogenkontaktcafé ist nun schon seit 30 Jahren an diesem Platz“, berichtet Michael Lenzen vom Vorstand Neues Land e.V., einem freien Werk im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. „Wir sind an dem Tag von vielen obdachlosen und drogenabhängigen Besuchern, rund 80 Personen, ‚überrannt‘ worden“, freut er sich. Der Wagen wurde vor der Neueröffnung um acht Meter versetzt, bekam einen neuen Container mit erweiterten Räumlichkeiten und einen neuen farblichen Anstrich. Die Einweihung fand mit Politikern, Mitarbeitern, Freunden und Menschen aus der Drogenszene statt. „In der Suchthilfe von Hannover ist es noch einer der wenigen konsumfreien Räume – keine Drogenvergabe, kein Dealen und kein Alkohol“, berichtet Michael Lenzen weiter. Die Nachfrage sei groß. Die Zahl der obdachlosen Menschen sei in diesem Jahr auf über 500 Personen in der Innenstadt angewachsen. Viele kämen aus Osteuropa. Einige seien auch in diesem Winter vom Kältetod bedroht. „Jede Hilfe ist da wichtig und Christen dürfen in diesen Tagen eine besondere Botschaft zu ihnen bringen!“, so Michael Lenzen.

Die anschließende, diesjährige Einsatzwoche „Christmas in the City – Weihnachten in der Stadt“ vom 19. bis 25. Dezember wurde von einem internationalen Team von etwa 70 Teilnehmern im Alter zwischen 16 und 60 Jahren gestaltet. Die Weihnachtsfeiern im SOS-Bistro und im Bauwagen erreichten 300 Betroffene. Menschen von der Straße konnten Gemeinschaft erleben, zusammen essen, Weihnachtslieder singen und das Evangelium hören. Einige christliche Gemeinden aus Hannover hatten Geschenke gepackt, Essensgutscheine gekauft und dem Einsatzteam gegeben und gezielt für die Woche gebetet.

Bei „Christmas in the city“ wurden Szeneplätze in Hannover, Hamburg, Kassel und anderen Städten aufgesucht, gebetet, Gespräche geführt sowie Hoffnung und Geschenke weitergegeben. Viele Mitarbeiter verzichteten auf die Weihnachtsfeier zu Hause, um bewusst diese Zeit mit Menschen auf der Straße zu verbringen. Eine Teilnehmerin sagte: „Ich bin sehr behütet aufgewachsen und sehe nun, wie viel Leid es auf der Straße gibt. Durch die Einsatzwoche habe ich alle Berührungsängste zu Randgruppen verloren. Das ist doch der wahre Sinn von Weihnachten – deshalb bin ich hier.“ Im Sommer gibt es die Einsatzwoche „Summer in the City - Sommer in der Stadt“. „Neues Land“ entstand 1965 durch die christliche Teestubenarbeit „Katakombe“.

Michael Lenzen/Nicola Bourdon
(02.01.2019)